Coronatests in Basel
Nur zwei Apotheken: Kein flächendeckendes Angebot von Schnelltests in Sicht

Seit fast einem Monat könnten Apotheken Schnelltests durchführen. In Basel-Stadt bieten jedoch erst zwei Filialen diese Coronatests an. Auch das Universitätsspital setzt weiter auf die herkömmlichen Tests.

Silvana Schreier
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Will eine Apotheke Schnelltests anbieten, braucht sie dafür separate Räumlichkeiten mit eigenem Eingang und geschultes Personal. (Symbolbild)

Will eine Apotheke Schnelltests anbieten, braucht sie dafür separate Räumlichkeiten mit eigenem Eingang und geschultes Personal. (Symbolbild)

Keystone

Der Bundesrat hat die Coronaschnelltests gross angekündigt: Ab dem 2. November sollen sie schweizweit möglich sein, in Arztpraxen oder Apotheken. Innert weniger als 20 Minuten soll jeweils das Ergebnis vorliegen. «Es können somit mehr positive Fälle nachgewiesen werden und die betroffenen Personen können sich schneller in Isolation begeben», schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu den Schnelltests. Klingt gut, dachte man sich. Doch die Realität zeigt: Noch werden längst nicht so viele Schnelltests durchgeführt, wie es sich der Bundesrat vor vier Wochen vermutlich erhofft hatte.

Lydia Isler-Christ, Präsidentin des Baselstädtischen Apotheker-Verbands, sagt: «Die bundesrätliche Verordnung ist zwar seit Anfang November in Kraft. In den Apotheken umgesetzt wird sie aber nur teilweise, da die Voraussetzungen schwierig zu erfüllen sind.» Damit meint sie: Will eine Apotheke Schnelltests anbieten, braucht sie dafür einen zusätzlichen Raum. Dieser muss über einen separaten Eingang verfügen. «Die möglicherweise ansteckenden Patienten müssen von der normalen Kundschaft der Apotheke getrennt werden», so Isler-Christ. Zudem ist eine Schulung der Mitarbeitenden nötig, sodass diese den Nasen-Rachen-Abstrich durchführen können.

Apothekerverband sagt, man müsse realistisch bleiben

In Basel-Stadt bieten derzeit zwei Apotheken Schnelltests an. Laut dem Basler Gesundheitsdepartement interessieren sich zwei weitere dafür. Isler-Christ sagt aber: «Wir werden nie ein flächendeckendes Angebot in Basel haben.» Man müsse realistisch bleiben, zudem würden die Testkapazitäten der verschiedenen Testzentren auch noch nicht vollkommen ausgereizt.

Die Toppharm Apotheke Hersberger am Spalenberg sowie die Toppharm Apotheke health&go am Barfüsserplatz führen in ihren Räumlichkeiten Schnelltests durch. Lukas Meister, Inhaber der Apotheke am Spalenberg, erklärt: «Wir haben uns zu diesem Angebot entschieden, da wir die vielen Vorgaben erfüllen können.»

Wer am Spalenberg einen Coronaschnelltest machen will, muss sich telefonisch voranmelden. Aufgrund der Platzverhältnisse und des Ansteckungsrisiko müsse das Schlange stehen vor der Apotheke vermieden werden, so Meister. Der Kunde erhält also einen Termin, betritt die Testräumlichkeiten über den separaten Hauseingang. Für ihn dauert der Spuk knapp fünf Minuten, über das Testergebnis wird er anschliessend per Mail informiert.

Nullsummenspiel für die Apotheken

«Derzeit machen wir zehn bis fünfzehn Schnelltests pro Tag», sagt Meister. Mehr könnten sie gar nicht durchführen, da jede Apotheke über ein Kontingent von maximal 50 Tests pro Woche verfüge. Diese Regelung könne je nach Nachfrage erweitert werden.

Für die Apotheke sind die Schnelltests ein Nullsummenspiel. Laut Meister ist der administrative Aufwand hoch und die Vorbereitungs- und Reinigungsarbeiten zeitintensiv. «Aber wir Apotheken haben damit die Chance, zu zeigen, dass wir auch in der Krise Ansprechpartner sind», sagt Meister.

Der Kanton Basel-Stadt teilt mit, er begrüsse den Einsatz von Coronaschnelltests in Basler Apotheken und streicht den Vorteil der kurzen Wartezeit bis zum Ergebnis hervor. «Dem Verfahren sind jedoch Grenzen gesetzt, aufgrund seiner geringeren Sensitivität», schreibt das Gesundheitsdepartement.

Unispital setzt weiter auf PCR-Tests

Darauf beruft sich auch das Basler Universitätsspital. Da die Schnelltests weniger sensitiv seien, benutzt die Institution derzeit ausschliesslich die herkömmlichen PCR-Tests. «Zudem müssen wir erst prüfen, in welchen Fällen die Schnelltests für uns Sinn machen», so Unispital-Sprecher Nicolas Drechsler. Die Tests könnten etwa für Notfallpatienten, für das Personal oder vor Operationen eingesetzt werden.

Noch brauche es viel Hintergrundarbeit, um die Qualität der Schnelltests sichergestellt zu bekommen. Insbesondere wenn der Test in grosser Anzahl angeboten werden soll.