Basel
Novartis-Präsident Reinhardt: «Tauwetter zwischen uns und Roche»

Die Pharmakonzerne Roche und Novartis standen sich lange feindlich gegenüber. Nun hat sich das offenbar geändert. Novartis-Präsident Jörg Reinhardt hat sich mit Roche-Präsident Franz Humer getroffen. Es soll weitere Treffen geben.

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Jörg Reinhardt.

Jörg Reinhardt.

Nicole Nars-Zimmer

Doch seit Daniel Vasella abgetreten ist und Jörg Reinhardt bei Novartis das Präsidium übernommen hat, ist Entspannung und Dialogbereitschaft angesagt. Im Interview der «Sonntagszeitung» sagt Reinhardt, dass es «viele gemeinsame Themen» zu besprechen gebe.

Schon tauschen sich die Spitzen beider Konzerne direkt aus: «Ich hatte vor ein paar Wochen die Gelegenheit, mich mit Franz Humer, dem Verwaltungsratspräsidenten von Roche, auszutauschen. Das Gespräch empfand ich als sehr angenehm.»

Mit dem designierten Nachfolger von Humer, Christoph Franz, kommuniziert Reinhardt bisher per E-Mail. Die beiden werden aber bald zusammengekommen. Reinhardt beabsichtigt auch, mit Roches Vizepräsidenten, Andreas Hoffmann, zusammenzukommen. Die Detente wird zu einer verstärkten Zusammenarbeit führen, nicht aber zu einem Schulterschluss. Novartis wolle «unbedingt» unabhängig bleiben, sagt Reinhardt. Dies kommt Roche sehr entgegen. Novartis kontrolliert ein Drittel der Roche-Aktienstimmen. Novartis will zwischen ihren Divisionen Synergien abschöpfen, dazu werden neu die Produktionskapazitäten zentral von einem Tech-ops-Council gemanagt sowie eine gemeinsame langfristige Personalplanung vorangetrieben und Forschungs- und Entwicklungsprojekte hinterfragt. Produktionssteigerungen dieser Art sind auch darum nötig, weil Obamas Gesundheitsreform mittel- bis langfristig zu einer Umsatzeinbusse «von über 100 Millionen Dollar» führen dürfte.