Neue Weisung
Weniger Reserven: Beide Basel erhöhen vorsichtig das Impftempo

Die Kantone bauen ihre Lager ab. Und dämpfen gleichzeitig die Erwartungen an eine rasche Impfung. Das hänge auch mit der grossen Impfbereitschaft zusammen.

Jonas Hoskyn
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Der Grossteil der Bevölkerung muss noch mehrere Wochen bis Monate Geduld haben bis zur Coronaimpfung.

Der Grossteil der Bevölkerung muss noch mehrere Wochen bis Monate Geduld haben bis zur Coronaimpfung.

Kenneth Nars

Ende vergangener Woche kam die Empfehlung vom Bundesamt für Gesundheit (BAG): Die Kantone sollen mehr impfen. Statt wie bisher immer die Hälfte der gelieferten Dosen für die Zweitimpfung zur Seite zu legen, solle offensiver geimpft werden. In der Erwartung, dass die in Aussicht gestellten Mengen pünktlich geliefert werden. Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) sagte im «Blick» sogar: «Jetzt aber verlassen wir uns auf die Zusagen des Bundes und verimpfen alles, was da ist.»

Ganz so offensiv wollen die beiden Basel nicht verfahren, aber «auch wir sind ein bisschen offensiver geworden», sagt Roman Häring vom Baselbieter Krisenstab. Die neue Taktik bedeute, dass auf einen Schlag mehr als 1000 zusätzliche Impfdosen verfügbar sind. «Wir achten aber darauf, dass wir genügend Reserven haben, falls eine Lieferung ein paar Tage Verspätung hat», sagt Häring. Auch der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen will vermeiden, dass Impftermine abgesagt oder verschoben werden müssen. Auch in Basel würden nun Lager abgebaut, allerdings nicht vollständig aufgegeben, sagte Steffen im «Regionaljournal» von SRF. Das zeige gerade die aktuelle Verspätung des Moderna-Impfstoffs.

Impfreihenfolge wird angepasst

Eine Äusserung im Interview liess aufhorchen: Bis alle, die wollen, geimpft seien, werde es Spätsommer oder Anfang Herbst, so Steffen. Ein Grund sei, dass die Nachfrage höher ist, als erwartet, so der Kantonsarzt. Auf Nachfrage schreiben die Verantwortlichen: «Wir gehen davon aus, dass alle Personen, die sich aktuell registriert haben, bis voraussichtlich Ende Juni eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten.»

Und Häring sagt:

«Im Baselbiet sollen alle Impfwilligen bis Jahresmitte einen ersten Termin haben.»

Das heisst: Bis Ende Juni sollen alle ein SMS mit einem Aufgebot bekommen haben.

Am Wochenende kommunizierte der Kanton Baselland ausserdem noch eine Anpassung in der Impfreihenfolge. Da es sich um eine Empfehlung des BAG handelt, dürften auch die anderen Kantone diese Neuerung so übernehmen. Da die besonders gefährdeten Personen durch die Impfung mittlerweile sehr gut geschützt sind, müssen ihnen nahe Personen nicht bevorzugt geimpft werden. Als nächste Gruppe sollen demnach Personen mit chronischen Erkrankungen und die Altersgruppe Ü50 geimpft werden (rund 25'000 Personen). Alle anderen Gruppen werden zusammengefasst und die Impftermine in der Reihenfolge der Vorregistrierung zugeteilt. Das Gesundheitsfachpersonal mit Patientenkontakt (rund 5000 Personen) wird ab 24. April 2021 separat geimpft.