#MeToo

Nach Sexismus und Belästigungen: Umstrittener Komiker Louis C.K. kommt nach Basel – und Twitter dreht durch

US-Sender gingen nach den Vorwürfen von sexueller Belästigung zu dem US-Komiker Louis C.K. auf Distanz – jetzt ist er wieder auf Bühnen zu sehen. (Archivbild)

US-Sender gingen nach den Vorwürfen von sexueller Belästigung zu dem US-Komiker Louis C.K. auf Distanz – jetzt ist er wieder auf Bühnen zu sehen. (Archivbild)

Louis C.K. war ein angesehener Stand-Up-Comedian in den USA. Bis er zugab, dass Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens stimmen: Er habe vor Frauen masturbiert. Nun hat der Komiker eine Comeback-Tour gestartet – die ihn auch nach Basel führt.

«Louis C.K., Back on Tour, Looks to Accelerate His Comeback», schrieb die New York Times vor drei Tagen. Am Samstag wird er im Bundesstaat Virginia eine dreimonatige Tour starten, wofür er seine Website extra wieder aufgeschaltet hatte. Diese nahm er vom Netz, als er im Oktober 2017 zugab, dass Vorwürfe sexueller Belästigungen stimmen. Er soll unter anderem vor Frauen masturbiert haben. 

Nun kehrt Louis C.K. nicht nur auf amerikanische Bühnen zurück, er kommt auch in die Schweiz. Und zwar nach Basel. Am 26. November wird er im Congress Center Basel am Messeplatz im Saal San Francisco auftreten. Auf der Seite der Veranstaltung steht der Vermerk: «Mature Content Adults Only». Auf Deutsch: Anstössiger Inhalt, nur Erwachsene zugelassen.

Protest und Erstaunen

Auf Twitter rief das am Dienstagmorgen heftige Protestreaktionen hervor, besonders von feministischer und journalistischer Seite. Der Schweizer Comedian Gabriel Vetter teilte den entsprechenden Veranstaltungshinweis mit einem erstaunten Emoji, woraufhin sich diverse Journalisten und Kulturschaffende entsprechend echauffierten. Die Schweizer Autorin Sibylle Berg schrieb dazu: «louis und die frage- wird er IHN rausholen» (sic).

Berg zu Louis C.K.

Louis C.K. ist sich der Empörung ob seines Comebacks bewusst. «Click on the links to buy tickets so you can be there», schrieb er. «Or don’t.» – oder auch nicht. Wer nicht mehr auf seinem Verteiler für Informationen und Tourdaten sein wolle, solle gleich ganz nach unten scrollen und sich entfernen lassen, heisst es auf der Website prominent.

Internationale Tour in Europa

Wie die New York Times berichtet, sei er bereits vor Monaten vor kleinerem Publikum aufgetreten, habe auch stehende Ovationen erhalten, bis sich das Comeback auswuchs und nun eine internationale Tour ergibt, die ihn nicht nur nach Basel, sondern auch nach Tel Aviv, Rom und Budapest führt. «Die Hölle ist gar nicht so schlimm», soll er kürzlich vor Publikum gesagt haben. «Ich war dort.»

Vorsichtig bleibt er trotzdem. Im Kleingedruckten bei der Ticket-Bestellung befindet sich ein rechtlicher Vermerk, der deutlich darauf hinweist, dass sämtliches vorgetragene Material das geistige Eigentum von Louis C.K. sei. Jegliche unerlaubte Aufnahme beziehungsweise Aufzeichnung sowie Weiterverbreitung könne geahndet werden.

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