Coronavirus
Nach Corona, kurz vor den Sommerferien: So gehts weiter mit den Basler Schulen

Die Gymnasien und Berufsschulen sind seit Montag wieder offen. Allerdings nur für kurze Zeit.

Ayse Turcan
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Erziehungsdirektor Conradin Cramer beim Schulbesuch im Gymnasium Kirschgarten.

Erziehungsdirektor Conradin Cramer beim Schulbesuch im Gymnasium Kirschgarten.

Nicole Nars-Zimmer

«Maximalkapazität: 13 + 1 Personen.» Das steht auf einem Zettel am Eingang zum Schulzimmer der Klasse 1e im Gymnasium Kirschgarten. Drinnen sitzen 12 Schüler jeweils an einem eigenen Pult. Sie gehören zur «Gruppe A», der Hälfte der Klasse, die an diesem ersten richtigen Schultag seit drei Monaten an ihren Plätzen sitzt.

Es ist Geschichtsstunde. «Wir behandeln gerade Napoleon», erklärt die Lehrerin. Man wiederhole heute den Stoff aus den vergangenen Wochen Fernunterricht. In der hintersten Reihe an einem Pult am Fenster sitzt Nicolas Wehrli. Er mag Geschichte und ist froh, wieder hier zu sein. «Das Soziale hat gefehlt», sagt der 16-jährige Gymnasiast. Gewisse Aspekte am Fernunterricht hätten ihm gefallen. Etwa, dass man Wochenaufgaben gekriegt habe und sich so die Arbeit selbst einteilen konnte. «Aber ein neues Mathethema zu verstehen, wenn man es nur digital mitbekommt, das ist schon sehr schwierig.» Was die seit heute geltenden Umstellungen angeht, ist er zuversichtlich: «Das kriegen wir schon hin».

Je nach Schule gelten unterschiedliche Konzepte

Halbklassen, Abstand halten, den Unterricht auf Kernfächer beschränken. Das sind die wichtigsten Änderungen, die seit Montag in den meisten weiterführenden Schulen gelten.
Auf Grundlage der Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) haben die Schulen selbst Schutzkonzepte zur Umsetzung der neuen Regeln erarbeitet. «Gerade die räumlichen Gegebenheiten sind überall etwas anders», sagt Ulrich Maier, der im Erziehungsdepartement für Mittelschulen und Berufsbildung zuständig ist. So habe man die Schüler im Gymnasium Kirschgarten in Halbklassen eingeteilt, die Räumlichkeiten des Gymnasiums Bäumlihof seien hingegen so grosszügig, dass es dort praktisch keinen Fernunterricht mehr gebe.

Wieso werden neue Konzepte erarbeitet, der Betrieb erneut umgestellt und die Schulen für nur drei Wochen geöffnet, bevor Anfang Juli die Sommerferien beginnen? «Weil es psychologisch wichtig ist», antwortet Erziehungsdirektor Conradin Cramer auf diese Frage, die sich viele gestellt haben. Ulrich Maier doppelt nach: «Die Schülerinnen und Schüler waren während drei Monaten im Fernunterricht. Hätten wir die Schulen jetzt nicht vor den Sommerferien nochmals geöffnet, dann hätten sich die Klassen und ihre Lehrpersonen während fünf Monaten nicht gesehen.»

Dieser Fall wird voraussichtlich im Kanton Baselland eintreffen, wo die Gymnasien und Berufsschulen, anders als in Basel-Stadt, vorerst geschlossen bleiben. Die aktuelle Lage erfordert ein hohes Mass an Flexibilität der Angestellten im Bildungsbereich: «Sobald wir uns an etwas gewöhnt und uns überlegt haben, wie wir eine Vorgabe an unserer Schule umsetzen, kommt schon wieder eine Änderung,» klagt Jürg Bauer, Rektor des Gymnasiums Kirschgarten.

Baselbiet informiert heute über allfällige Anpassungen

So geschehen etwa beim Sportunterricht, als es plötzlich hiess, in Gruppen bis 30 Personen könne dieser doch stattfinden. Und ebenfalls so geschehen am Montag, als das BAG bekannt gab, der Abstand von zwei Metern müsse nur noch «wenn möglich» eingehalten werden.

In Basel-Stadt hält man trotz der erneuten Änderung an den ausgearbeiteten Konzepten fest. «Wir sammeln nun Erfahrungen und schauen dann, wo man anpassen kann», sagt Simon Thiriet vom Erziehungsdepartement. Der Kanton Basellandschaft will heute Dienstag darüber informieren, ob die geänderten Vorgaben des BAG Anpassungen an den weiterführenden Schulen zur Folge haben.

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