Neujahrskonzert

Mit einem Operettenreigen ins neue Jahr

Die Emotionen kamen bestens beim Publikum an. (Archivbild)

Die Emotionen kamen bestens beim Publikum an. (Archivbild)

Theater und Sinfonieorchester Basel boten wenig ausschweifendes Pathos und viel musikalische Sachlichkeit.

Als «strahlend und schlicht» könnte man das Basler Neujahrskonzert zusammenfassen. Weiter ausführend ist ein Vergleich zum weitaus bekannteren Wiener Neujahrskonzert passend: Während im Wiener Konzertverein am Vormittag des 1. Januars überbordend und überschwänglich im Saal und vor Millionen Fernsehgeräten gefrönt wurde, stand im ausverkauften Theater Basel musikalischer Hochglanz im Fokus.

Das Sinfonieorchester Basel mit den Opernsolistinnen und -solisten und dem Chor und Extrachor des Theaters Basel begab sich in der trockenen Akustik der Grossen Bühne auf eine Reise durch die Operettenwelt, ohne zu blenden. Einen grossen Anteil daran trug zweifelsohne das elaborierte wie elegante Dirigat der Estin Kristiina Poska, die seit der Saison 2019/20 Musikdirektorin am Theater Basel ist.

Spürbare Spielfreude und untermalende Gesten

Durch die 17 Nummern führte sie den Klangkörper angenehm souverän, ohne dabei die individuelle Spiel- und Singfreude der Beteiligten auszubremsen. Diese war bei dem Operettenreigen allseits vernehmbar, von den allesamt musikalisch tadellos agierenden Gesangssolisten, welche die konzertante Interpretation der Bühnenwerkauszüge durch Bewegung und Gesten teilweise anreicherten, bis zum letzten Mitglied des durchweg sauber intonierenden Chores (Einstudierung: Michael Clark). Textliche Inhalte der Operettennummern von Lehár, Kálmán, Strauss, Weill und weiteren konnten, erwartungsgemäss, von Chor und Solistinnen nur ansatzweise transportiert werden, insbesondere bei den schnellen und sehr textlastigen Nummern. Dies war jedoch mehr dem Umstand des «Orchesters auf der Bühne statt im Graben» und weniger der Textdeklamation der Singenden geschuldet.

Eine Übertitelung oder Texte im Programmheft hätten hier theoretisch helfen können, hätten aber der galahaften Form des Neujahrskonzerts entgegengewirkt. Die den Operettennummern inhärenten Emotionen kamen auch rein durch die musikalische und gestische Darbietung bestens beim Publikum an.
Das Konzept der Macher dieses Operettenreigens funktionierte also: Ein auf der musikalischen Darbietung fokussierender Rundumschlag durch die Welt der Operette, adäquat moderiert durch Pavel B. Jiracek und Hans-Georg Hofmann, professionell geleitet und gespielt durch Kristiina Poska und das Sinfonieorchester, gesungen mit angemessenem Charme und Emotion und inklusive des obligaten Champagnerglases auf der Bühne – na denn: Prosit Neujahr!

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