Jugendforensik
Misslungener Fluchtversuch aus neuer Basler Jugendforensik

In der Jugendforensik der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel haben drei Insassen unter Gewaltanwendung einen Fluchtversuch unternommen. Nach dem Vorfall wurden zwei Haupttäter vorübergehend in ein Gefängnis verlegt.

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Chefarzt Marc Graf vor der forensischen Abteilung.

Chefarzt Marc Graf vor der forensischen Abteilung.

Ereignet hat sich der Fluchtversuch bereits Ende Mai, wie Marc Graf, Chefarzt der Forensischen Abteilung der UPK am Mittwoch Angaben der «Basler Zeitung» bestätigte. Unter einen Vorwand lockten die drei Insassen eine Betreuerin in ein Patientenzimmer, griffen sie an und nahmen ihr im Zuge einer Rangelei den Schlüsselbund ab.

Die erfahrene Mitarbeiterin konnte jedoch Alarm auslösen und weiteren Angestellten gelang es, die Insassen festzuhalten. Zwei von ihnen wurden nach Klärung der Situation ins Gefängnis verlegt. Inzwischen befinden die wieder alle drei Insassen, die aus der gesicherten Station entweichen wollten, in der Jugendforensik. Gegen sie wurde jedoch ein Strafverfahren eingeleitet.

Ähnliches Angebot in Zürich geplant

Die jugendforensische Abteilung der UPK war erst im November vergangenen Jahres eröffnet worden und ist derzeit landesweit die einzige ihrer Art. Untergebracht werden dort straffällige Jugendliche und junge Erwachsene, die psychisch erheblich krank sind. Manche von ihnen haben Delikte wie Raub oder schwere Körperverletzung begangen.

Von den zehn Plätzen der neuen Abteilung sind nach Angaben Grafs derzeit acht belegt. Den landesweiten Bedarf schätzt er auf rund 30 Plätze. Ein ähnliches Angebot wie in Basel ist auch im Kanton Zürich geplant.

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