Europa-League-Final
Liverpool-Fans lassen ihr Auto nach dem Finalspiel einfach in Basel stehen

Nach dem Europa-League-Final gegen Sevilla im St. Jakob-Park lassen zwei Liverpool-Fans ihr Auto in Basel zurück – und niemand scheint sich darum zu kümmern.

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Der Opel steht seit zwei Monaten vor dem Grenzübergang Otterbach.

Der Opel steht seit zwei Monaten vor dem Grenzübergang Otterbach.

Kenneth Nars

Wie schräg ist das denn: Seit mehr als zwei Monaten steht vor dem Grenzübergang Otterbach in Basel ein scheinbar herrenloser silberner Vauxhall Astra mit dem Kennzeichen «KL05 JLO». Seitdem rätseln Anwohner, was es mit dem Auto auf sich hat. Die Antwort weiss der 30-jährige Marco Ciello, der in Basel arbeitet. Er gab der englischen Zeitung Liverpool Echo gegenüber an, er habe am 18. Mai, dem Tag des Europa-League-Finals, um 7.30 Uhr zwei Männer in Liverpool-Trikots aus dem Auto aussteigen sehen. Das war die letzte Sichtung der Auto-Besitzer. Denn seitdemfehlt von ihnen jede Spur.

Nur 30 Minuten parkieren erlaubt

Seither wurde das Auto also keinen Zentimeter bewegt. Ciello nahm deshalb an, dass es erlaubt ist, den Wagen für ein Jahr abzustellen. Das ist falsch. Eigentlich ist das Parkieren auf öffentlichem Grund gebührenfrei, sofern es «gemeinverträglich» ist. Das wiederum hängt von der Dauer ab.

Das Bundesgericht hat entschieden, dass das Abstellen eines Fahrzeugs auf einem Parkfeld in der Innenstadt wegen der grossen Nachfrage bereits ab 30 Minuten nicht mehr gemeinverträglich ist. Somit haben die Fahrzeughalter mit mehr als zwei Monaten den Bogen eindeutig überspannt.

Drohende Verschrottung oder Verkauf

Was passiert also mit dem Auto? «Wenn die Kantonspolizei solche Fahrzeuge feststellt, macht sie Abklärungen namentlich zu den Halterinnen und Haltern», sagt Martin Schütz, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements gegenüber 20 Minuten Online. Diese müssten sich dann bei der Polizei melden. Täten sie dies nicht innert 90 Tagen, würde das Auto je nach Wert verkauft oder verschrottet.

«Liverpool Echo» hat nun einen Aufruf gestartet, um die beiden Fahrzeughalter zu finden. So sollen sich bei news@liverpool.com melden, wer glaubt, die beiden zu kennen. (rwy)

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