Basta-Grossrätin Tonja Zürcher hat genug: «Mit dem Aufheulenlassen von Motoren, übermässig hochtourigem Fahren oder extra dröhnenden Auspuffen wird die Bevölkerung aus dem Schlaf gerissen», begründet sie eine Anfrage zuhanden der Basler Regierung.

Darin fordert Zürcher zusammen mit zwölf Mitunterzeichnern, dass der Regierungsrat prüft, ob sich Basel an der Entwicklung eines «Lärmblitzers» beteiligen und diesen auf dem Kantonsgebiet einsetzen kann.

Vorbild für den Schall-Radar ist der Kanton Genf. Dort prüft die Regierung derzeit ebenfalls, ob ein entsprechendes Gerät entwickelt und eingesetzt werden kann. Grüne Lokalpolitiker haben dazu bereits mit Forschern der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) Rücksprache gehalten. Diese bestätigen, dass eine solche Maschine «innerhalb von zwei bis vier Jahren» einsatzbereit wäre.

Das Hauptproblem besteht darin, den Lärm aus der Distanz zuverlässig zu bestimmen und korrekt einem Fahrzeug zuordnen zu können. Die EPFL-Forscher sagen, dass es bereits ein Verfahren gebe, das die Geschwindigkeit von Fahrzeugen anhand ihres Lärms bestimmen könne. Der gesetzliche Rahmen ist dabei klar und schweizweit derselbe: Das Strassenverkehrsgesetz verbietet jede vermeidbare Belästigung durch Lärm.

Aufheulen ist verboten

Zürcher argumentiert, dass die Kontrolle dieser Regeln ohne «Lärm-Blitzer» schwierig und somit der Vollzug des Lärmschutzes kaum möglich sei. Sie schreibt: «Die Folgen von Lärm sind ein höheres Risiko für Herzinfarkt, Hirnblutungen, Bluthochdruck und Schlafstörungen.» Nebst des konstanten Lärmpegels, der in Basel an vielen Orten die Grenzwerte überschreitet, sei der punktuelle Motorenlärm ein grosses Problem.

Die Basler Polizei schreibt, die Entwicklungen in Genf würden beobachtet. Sprecher Toprak Yerguz erklärt auf Anfrage: «Es kommt vor, dass Lenker auf dem Stadtgebiet in niedrigen Gängen und somit hochtourig herumfahren und dadurch die Anwohner stören, namentlich in den wärmeren Monaten. Zwar führen wir diesbezüglich keine eigene Statistik, aber die Zahl der Meldungen dürfte nach unseren Erfahrungen tief sein.»