Neuer Weg
Kunstvoll mit dem Velo vom Vitra Campus zur Fondation Beyeler

24 Skulpturen und Installationen begleiten Spaziergänger und Velofahrer mit Blick aufs Dreiland. Die Kunstwerke sollen auf dem neuen sechs Kilometer langen grenzüberschreitenden Weg zwischen Riehen und Weil am Rhein als Wegweiser dienen.

Peter Schenk
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Für die sechs Kilometer braucht man zu Fuss 90 Minuten.

Für die sechs Kilometer braucht man zu Fuss 90 Minuten.

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Der renommierte zeitgenössische Künstler Tobias Rehberger wird mit 24 Skulpturen und Installationen, die an Wegmarken erinnern, einen neuen sechs Kilometer langen grenzüberschreitenden Fuss- und Veloweg zwischen Riehen und Weil am Rhein bespielen. «Ich habe mir meine Arbeit bisher nie als Leitsystem vorgestellt», kommentierte Rehberger gestern auf der Medienkonferenz in Riehen, auf der das Projekt vorgestellt wurde. Die Kunstwerke sollen also quasi als Wegweiser dienen. Normale Schilder hingegen wird es nicht geben.

Der Weg verbindet nicht nur zwei Gemeinden, sondern mit dem Vitra Campus und der Fondation Beyeler auch «zwei der besucherstärksten Hotspots» der Region, wie das der Weiler Baubürgermeister Christoph Huber nannte. Der Weg führt vom Berower Park, dem Sitz der Fondation Beyeler, durch den Landschaftspark Wiese am Riehener Naturbad vorbei und verläuft anschliessend auf der deutschen Seite durch die Weinberge des Tüllinger Berges bis zum Vitra Campus in Weil am Rhein.

Gute Anbindung mit dem öV

Mit dem Velo benötigt man eine halbe Stunde für die Strecke, zu Fuss 90 Minuten. Sie kann selbstredend in beiden Richtungen begangen werden. In Weil am Rhein wie auch in Riehen gibt es Anschluss an den öV: Von hier ist man in mindestens 20 Minuten wieder im Zentrum Basels. Der Riehener Gemeindepräsident Hansjörg Wilde lobte, wie reibungslos die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Partnern funktioniert habe.

16 der Skulpturen befinden sich auf Weiler Boden, 8 in Riehen. Weil die Genehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen sind, wurden gestern nur zwei der Skulpturen vorgestellt. Es handelt sich einmal um eine blaue Glocke, die jeweils den Anfang und das Ende des Weges markiert, sich auf Schulterhöhe eines Erwachsenen befindet und auch angeschlagen werden kann. Ausserdem wird es eine Art Vogelhaus geben, das auch in Gruppen auftreten wird. Generell drückte der Weiler Baubürgermeister Christoph Huber seine Hoffnung aus, dass es keine Einsprachen von den Naturschutzbehörden geben werde.

Die Idee des Weges entstand 2010 in ersten Gesprächen mit der Internationalen Bauausstellung IBA Basel 2020, erinnerte sich Rolf Fehlbaum von Vitra. War sie zuerst noch vage, wurde das Projekt 2011 eingereicht und zählt mittlerweile zu den 8 von 43 bereits kuratierten IBA-Projekten, wie Christoph Huber ergänzte. Huber betonte auch, dass der Weg einen einzigartigen Blick über die gesamte Region des Dreilands ermöglichen wird.

Der Weg mit den ersten zwölf Objekten wird am 19. Mai eröffnet, im Mai 2016 wird er mit den übrigen zwölf Objekten vollendet. Rolf Fehlbaum betonte die zentrale Rolle, die die Fondation Beyeler mit ihren vielen Kontakten bei der Umsetzung des Projektes gespielt habe. Finanziert wird das Vorhaben durch die Uhrenfirma Swatch.

Budget angeblich unbekannt

Wie hoch das Budget für den Kunstweg ist, wollte Theodora Vischer, Senior Curator in der Fondation Beyeler, nicht sagen – ja, sie wisse es nicht einmal. Als Preisträger des Goldenen Löwen der Biennale von Venedig und Professor für Bildhauerei an der Frankfurter Städelschule, zählt Rehberger laut Presseinformation «zu den international renommierten zeitgenössischen Künstlern». Umsonst wird seine Mitarbeit also mit Sicherheit nicht zu haben sein. «Es bespielt den öffentlichen Raum mit Witz und Lust», lobte Vischer den Künstler.

Das Vorhaben ist vorerst auf zehn Jahre angelegt. Für den Unterhalt des Weges sind die beiden Gemeinden Riehen und Weil am Rhein zuständig.

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