Basler Uni-Deal
Kritik von allen Seiten – Studenten fürchten höhere Gebühren

Höhere Studiengebühren sind für die Skuba der falsche Weg. Mehr Geld soll stattdessen von jenen Kantonen gefordert werden, die nicht Träger der Uni sind.

Dominique Waldmann
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Türen zu: Eine Erhöhung der Studiengebühren wäre kontraproduktiv und würde viele junge Menschen abschrecken, in Basel zu studieren. Davon ist jedenfalls die Skuba überzeugt. Kenneth Nars

Türen zu: Eine Erhöhung der Studiengebühren wäre kontraproduktiv und würde viele junge Menschen abschrecken, in Basel zu studieren. Davon ist jedenfalls die Skuba überzeugt. Kenneth Nars

Kenneth Nars

Die Regierungsräte beider Basel haben den Leistungsauftrag 2018 bis 2021 der gemeinsam getragenen Universität verabschiedet. Die Universität Basel muss laut ihrer Rektorin Andrea Schenker-Wicki in den Jahren 2020 und 2021 insgesamt 74 Millionen Franken einsparen, wie die bz gestern berichtete. Unter anderem steht eine Erhöhung der Studiengebühren zur Debatte, was gerade die Studierenden treffen würde. Daria Liach ist Präsidentin der Studentischen Körperschaft der Universität Basel (Skuba) und Mitglied des erweiterten Vorstands der Jungen SVP Baselland. Im Interview vertritt sie die Sichtweise der Studenten. Diese widerspricht der Meinung ihrer Partei diametral.

Daria Liach, die Universität wird mit 74 Millionen Franken weniger auskommen müssen. Was hält die Skuba vom gestern bekannt gegebenen Leistungsauftrag?

Daria Liach: Wir sind froh, dass der Leistungsauftrag nun veröffentlicht worden ist. Für die Universität bringt das im Vergleich zum vorherigen Stand mehr Planungssicherheit. Dennoch muss man sich fragen, wie es weitergehen wird. Mit dem vereinbarten Leistungsauftrag sind wir gar nicht zufrieden. Zu schnell wurde nachgegeben. Der Universität stehen massive Einsparungen bevor. Uns ist zudem ein Dorn im Auge, dass die Fakultäten autonom sparen. Für einige Fakultäten, wie gerade die medizinische, ist es sehr schwierig, weniger auszugeben.

Der Unirat zieht in Erwägung, die
Studiengebühren zu erhöhen. Wie
reagiert die Skuba darauf?

Dagegen müsste man klar einschreiten. Die Universität Basel verzeichnet bereits jetzt die höchsten Studiengebühren in der Schweiz. Für uns wäre es nicht nachvollziehbar, die Gebühren zu erhöhen bei gleichbleibender Leistung. Allfällige Erhöhungen werden aber wahrscheinlich nicht alle Studierenden durchs Band treffen, sondern einen Teil davon.

Etwa die ausländischen Studenten. Warum ist das problematisch?

Bei einer solchen Massnahme wäre zu befürchten, dass die Uni Basel viele ausländische Studierende verliert. Im internationalen Vergleich würde die Uni Basel somit schlechter abschneiden. Auch für die Studierenden ist internationaler Kontakt wichtig, welcher ebenfalls darunter leiden würde. Aus politischer Sichtweise, gerade als Standort im Dreiländereck, wirkt eine solche Gebührenerhöhung mehr als Blockade denn als Einsparung. Gegenüber dieser Massnahme haben wir extreme Bedenken.

Trotzdem: Irgendwo muss die Uni sparen.

Wir haben berechnet, dass bei einer Verdoppelung der Gebühren für ausländische Studierende der Uni jährlich fünf Millionen Franken mehr zufliessen würden als bisher. Wenn man das Gesamtjahresbudget von über 700 Millionen Franken betrachtet, wirkt der Betrag verschwindend klein. Bei den 23,7 Prozent Ausländeranteil die Gebühren zu erhöhen, würde wenig nützen, dafür aber viel Schaden verursachen. Mehr als 38 Prozent der Studierenden stammen nicht aus Basel und Umgebung, sondern aus der übrigen Schweiz. Eine Änderung in der interkantonalen Universitätsvereinbarung, die eine höhere Kostenbeteiligung pro Student der übrigen Kantone zur Folge hätte, erscheint sinnvoller.

Daria Liach, Präsidentin der Studentischen Körperschaft Skuba

Daria Liach, Präsidentin der Studentischen Körperschaft Skuba

zvg

Was würde eine Gebührenerhöhung konkret bedeuten, neben der teureren Rechnung?

Logischerweise würden sich viele an anderen, günstigeren Universitäten einschreiben. Bereits Immatrikulierte würden eventuell einen Wechsel in Betracht ziehen. Seit diesem Jahr wurde die Möglichkeit der Rückerstattung der Stipendiengebühren gestrichen. Bloss Härtefälle erhalten universitäre Unterstützung. Wenn das Semester mehr kostet, haben die Universität und die Trägerkantone mehr solcher Härtefälle zu finanzieren.

Befürchten Sie aufgrund der Einsparungen einen Qualitätsverlust für die Studenten?

Die Universität hat zwar zugesichert, dass sie ihr bisheriges Leistungsangebot hält. Angesichts der neuen Sachlage ist das nicht ganz glaubwürdig. Fraglich ist, wo gespart wird. Ein Qualitätsverlust dürfte aber unumgänglich sein, wenn die Universität in vier Jahren so viel einsparen muss.

Finden Sie es widersprüchlich, dass Baselland durch Basel-Stadt finanziell entlastet wird, obwohl die Mehrheit der Studenten vom Land stammt?

Der Unterschied ist nur gering. Dazu kommt, dass Baselland grösser als Basel-Stadt ist. Wichtig ist, dass sich die beiden Trägerkantone im Rahmen der Leistungsvereinbarung zusammen an einen Tisch gesetzt haben und eine verstärkte Zusammenarbeit anstreben. In der Vergangenheit war der Landkanton weniger einbezogen, das ändert sich nun.

Ihre Partei will, dass der Landkanton noch viel mehr Geld einspart. Als Präsidentin der Skuba plädieren Sie dafür, dass die Universität mehr Geld erhält. Was gewichten Sie stärker?

In meiner Funktion als Präsidentin der Skuba vertrete ich die Interessen aller Studierenden der Universität Basel. Dabei lasse ich meine politischen Interessen oder Einstellung beiseite.