Ausstellung
Ja, das sind alles Schuhe: Spielzeug Welten Museum zeigt die kuriosen Stücke

Die Schuhmode der letzten 3000 Jahre zeigt das Spielzeug Welten Museum in Basel in einer Sonderausstellung. Neben 240 historischen Schuhpaaren sind 52 von Künstlern hergestellte Schuhe zu sehen, die teilweise aber nicht tragbar sind.

Tobias Gfeller
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Grosse Schuhausstellung im Spielzeug Welten Museum Basel
20 Bilder
"Hommage an Egbert" (2014) der holländischen Künstlerin Linda van Reenen
"Bundle purse" (2009) des slovakischen Designers Peter Jakubik
"Nova" (2013) der irakischen Architektin Zaha Hadid
"Blond ambition" (2010) des israelischen Künstlers Kobi Levi
"Brooms" (2012) der urguguayanischen Designerin Sol Alonso
"Ohne Titel" (2014/2015) des japanischen Architekten Kei Kagami
"Mojito shoe" (2014) des englischen Designers Julian Hakes
"Parisian Yellow" (2012) der amerikanischen Designerin Ivanka Ska
"Orchideen-Schuh" (2013) des holländischen Künstlers Jan Jansen
"Three black wedges" (2010) des rumänischen Designers Mihai Albu
"Melissa" (2008) der irakischen Architektin Zaha Hadid
"Domestic Torture" (2010) der amerikanischen Kuenstlerin May Y. Cheung Hoffman
Ein Paar in Wien hergestellte Fetisch-Schnuerstiefeletten aus Leder (1935-1939)
"Bollicini" (2013) des italienischen Künstlers Gianluca Tamburini für Conspiracy
"Mardi Gras" (2013) des italienischen Künstlers Gianluca Tamburini für Conspiracy
"Mirror shoe" (2013) des rumänischen Designers Mihai Albu
"Beads 1" (2014) des holländischen Künstlers Thomas Kroes
Schuhe an der Fassade des Spielzeug Welten Museums Basel
"Moksha" (2013) des indischen Designers Sahil Lungani

Grosse Schuhausstellung im Spielzeug Welten Museum Basel

Keystone

Der Israeli Kobi Levi scrollt auf seinem Smartphone und zeigt hunderte Bilder von Schuhen, die farblich und von der Form her doch erstaunen lassen. Ein Mann als Schuhfetischist – ungewöhnlich. Doch bei Kobi Levy ist dies Alltag. Er ist von Beruf Schuhdesigner und entwirft Schuhe in allen möglichen Kreationen.

Mehrere seiner Werke sind seit heute und noch bis im April in einer Sonderausstellung im Spielzeug Welten Museum Basel zu sehen. «Für mich sind Schuhe eine Art Kunstform, in die ich Bilder hineininterpretieren kann», erklärt Levi seine Leidenschaft. Ihn würden die unzähligen Formen faszinieren, in denen man Schuhe gestalten kann. «Jedes Design hat eine andere Geschichte. Oftmals wähle ich auch für einen Schuh ein spezielles Thema, das ich zum Ausdruck bringen möchte.»

Madonna-Schuh mit blondem Schwanz

Kobi Levi hat sich in der Schuhdesignszene einen Namen gemacht. Walt Disney habe ihn für eine Kooperation angefragt, erzählt er stolz. Entstanden sind drei Paar Schuhe im Design von Schneewittchen, der bösen Meereshexe Ursula aus dem Film «Arielle» und einer Fee. «Ich wollte die Schuhe nicht einfach bedrucken, sondern die Persönlichkeit der Figuren lebendig werden lassen.»

Beim Tragen der Schuhe sind die Figuren nicht zu sehen. «Die Schuhträgerin soll dann die Empfindungen der Figur selber fühlen», so Levi. Der Schuhdesigner hat bekannte Abnehmer für seine aussergewöhnliche Fussbekleidung. Bereits trugen Popstar Lady Gaga in einem ihrer Videos und Jorge Gonzalez, bekannt als High-Heels-tragender Juror bei «Germany’s Next Topmodel» und «Let’s Dance», Schuhe von ihm. Unter anderem trug der extrovertierte Modeljuror einen Schuh, der mit seinem blonden Rossschwanz an die junge Madonna erinnern soll. Bei Kobi Levi ist jedes Paar Schuhe ein langer Prozess. «Mir ist auch wichtig, dass jeder Schuh, so aussergewöhnlich er auch sein mag, auch tragbar ist.»

Der Schuh als Satussymbol

Und das sind von den knapp 300 Schuhpaaren in der Sonderausstellung bestimmt nicht alle. 52 von ihnen sind Designschuhe – die vor allem durch ihr spezielles Aussehen beeindrucken. Der Grossteil der Ausstellung umfassen die historischen Schuhe. Dazu kommen Schuhaccessoires und eine Schuhwerkstatt um 1900.

«Man sieht, dass sich Trends von früher heute wiederholen», erklärt die Museumsgeschäftsführerin und Kuratorin Laura Sinanovitch. «Die Ballerinas von heute trug auch schon Napoleon.» Wie heute standen Schuhe auch für Statussymbole. «Bei den Römern war klar festgelegt, wer welche Sandalen tragen darf.»

Die eigenen Schuhe nachproduzieren

Die Sonderausstellung umfasst 49 Künstler aus 18 Ländern. Die Vielfalt der Werke ist enorm. «Alles kann zu einem Schuh umfunktioniert werden», findet Sinanovitch beim Blick auf Paare aus Federn, Nägel oder Besteck. Es war immer so und wird immer so sein. «Schuhe faszinieren weltweit». Ein Grossteil der Werke stammt aus dem Northhampton Museums and Art Gallery in England. Aus Richmond nahe London wird während der Ausstellung mehrfach ein Schuhmacher anreisen, mit dem man zusammen den eigenen, in die Jahre gekommenen Schuh nachproduzieren kann.

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