Film

«Immer und ewig»: Diese Basler Filmemacherin räumt den «Prix de Soleure» ab

«Immer und Ewig» (links) und «Gateways to New York» gewinnen die Preise der 54. Solothurner Filmtage

«Immer und Ewig» (links) und «Gateways to New York» gewinnen die Preise der 54. Solothurner Filmtage

Fanny Bräuning gewinnt für ihren berührenden Dokfilm «Immer und ewig» den höchstdotierten Filmpreis der Schweiz.

Die Regisseurin Fanny Bräuning gewinnt mit ihrem Dokumentarfilm «Immer und ewig» den «Prix de Soleure» der 54. Solothurner Filmtage. Damit erhält die Baslerin den höchstdotierten Filmpreis der Schweiz bereits zum zweiten Mal. 2009 wurde der damals erst 33-jährigen Bräuning die Auszeichnung für ihr Langfilmdebüt «No More Smoke Signals» zuerkannt. Ihr aktueller Film ist eine Art Familienprojekt: Sie porträtiert in «Immer und ewig» ihre Eltern, die in vieler Hinsicht ein ungewöhnliches Leben führen.

Ihre Mutter Annette ist aufgrund ihrer MS-Erkrankung vom Hals abwärts gelähmt, ihr Vater Niggi pflegt seine Frau seit 20 Jahren hingebungsvoll. Weil sich das Paar in seiner Abenteuerlust nicht einschränken lassen will, hat Niggi einen Camping-Bus behindertengerecht ausgebaut. Für ihren Film begleitete Bräuning ihre Eltern auf deren Reisen durch Europa.

Trailer zu «Immer und Ewig»

Raum für Reflexion

Die «Prix de Soleure»-Jury um Regisseurin Esen Isik schreibt in ihrer Laudatio, «Immer und ewig» erzähle «die Geschichte eines aussergewöhnlichen Paars und dessen unbeugsamem Willens zum gemeinsamen Gang durchs Leben, allen Widrigkeiten zum Trotz». Der Film zeichne sich aus durch eine Kamera, die nah an den Figuren sei, ohne aufdringlich zu wirken, und so dem Zuschauer Raum für eigene Reflexionen lasse.

Fanny Bräuning, Regisseurin von «Immer und ewig» gewinnt den zweiten «Prix de Soleure»: «Es ist überwältigend»

Fanny Bräuning, Regisseurin von «Immer und ewig» gewinnt den zweiten «Prix de Soleure»: «Es ist überwältigend»

Die Basler Regisseurin hat am Donnerstag den mit 60'000 Franken dotierten Prix de Soleure erhalten. Es ist bereits das zweite Mal, dass sie den Preis gewinnt. 

Bräuning zeigte sich überwältigt. Die Anerkennung ihres Films mit dem «Prix de Soleure» sei für sie sehr besonders: einerseits durch die persönliche Verbindung zu ihren Protagonisten, andererseits aber auch durch die «grossartige Zusammenarbeit» innerhalb des gesamten Teams. Teilweise drehten Bräuning, Kameramann Pierre Mennel und Tontechniker Patrick Becker zu dritt auf engstem Raum im Bus. Mit Catrin Vogt verbrachte sie ein ganzes Jahr im Schneideraum.

Grosse humanistische Fragen

Den Erfolg ihres Films erklärt sich die Wahlberlinerin damit, dass er grosse humanistische Fragen aufwerfe, etwa was das Leben lebenswert mache. Die mit 60 000 Franken dotierte Auszeichnung ehrt traditionell Filme, die sich durch ausgeprägten Humanismus auszeichnen.

Auch der Basler Verein Balimage gratuliert Fanny Bräuning und erwähnt zudem die generell starke Präsenz des Basler Films an den Solothurner Filmtagen. Unter den neun Nominationen für den «Prix Soleure» sind gleich drei mit Filmförderung aus Basel. Ins Programm der Solothurner Filmtage haben es insgesamt zwölf Filme mit Basler Beteiligung geschafft, «ein sehr guter Wert», hält Balimage fest.

Fanny Bräuning stellt ihren Siegerfilm am Samstag (17 Uhr) im Kino Sputnik in Liestal und am Sonntag (12 Uhr, 18.40 Uhr) im Atelier in Basel vor. In Sissach (Palace) und Gelterkinden (Marabu) läuft der Film ebenfalls.

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