Freizeit
Grösste Erweiterung: Europapark plant riesigen Wasserpark

Der Europapark plant die grösste Investition der Geschichte – ein Wasserpark mit Strandcharakter, Rutschen und ein Surfsimulator sollen entstehen.

Peter Schenk
Drucken
Teilen
Wasser spielt schon heute eine Rolle im Europa-Park. Hier die Bahn Atlantika im Themenbereich Portugal.

Wasser spielt schon heute eine Rolle im Europa-Park. Hier die Bahn Atlantika im Themenbereich Portugal.

Photographer: haasinparis.com

Voraussichtlich diesen Sommer könnte die Baugenehmigung für den beim Europapark geplanten riesigen Wasserpark vorliegen und mit dem Bau begonnen werden. Vorgesehen sind ein 12 000 Quadratmeter grosses Hallen-Spassbad, ein Outdoorbereich mit grossem Pool und Wildwasserattraktionen und ein neues Hotel mit 300 Zimmern, ein Restaurant und eine Seenlandschaft mit Sauna- und Wellnessbereich, berichtete die «Badische Zeitung». An die Halle sollen aussen zwei Türme mit jeweils vier Rutschen gebaut werden, von denen man auch in Reifen und Booten in die Becken gleiten kann. Das Hotel könnte im Sommer 2018 und die Halle Ende 2018 fertiggestellt sein.

«Mit Wellenbad, Lazy River, Rutschen, Surfsimulator, Wasserfall, Ruhebereich mit Strandcharakter und Wasserspielplatz bietet der Wasserpark eine perfekte Ergänzung zum Euro-Park und spricht vor allem Familien an», heisst es in einer Medieninformation der Anlage. Der Wasserpark soll auf einer 33 Hektar grossen Erweiterungsfläche entstehen. Mit dem Vorhaben will man vor allem junge Familien ansprechen und die Aufenthaltsdauer der Besucher verlängern.

Es folgt das sechste Hotel

Der Freizeitpark verfügt bereits über fünf Hotels mit über 4500 Betten, die zu 98 Prozent ausgebucht sind. «Die Standortsicherung ist uns enorm wichtig. Langjährige Umfragen haben ergeben, dass die Europa-Park-Besucher einen Wasserpark wünschen. Wir können uns keinen Stillstand erlauben, wenn die Region für Gäste mit weiterer Anreise attraktiv bleiben soll», wird Inhaber Roland Mack zitiert. «Es ist die grösste Investition in der Geschichte des Familienunternehmens», heisst es weiter. Sie bewege sich im dreistelligen Millionenbereich – ohne öffentliche Subventionen.

Ansonsten hält sich der Europa-Park bedeckt und wollte mit Berufung auf das laufende Genehmigungsverfahren keine Fragen der bz beantworten. Da es allerdings bereits fünf Bürgerversammlungen in den vom Vorhaben betroffenen Gemeinden Ringsheim und Rust gab, über die die «Badische Zeitung» ausführlich berichtete, sind über die Medienmitteilung hinaus viele Einzelheiten bekannt. So geht die Zeitung von einer Investitionssumme von 140 Millionen Euro aus. Zudem handelt es sich vorerst um einen ersten Ausbauschritt, dem weitere folgen sollen. Denkbar sei noch ein Hotel und die Erweiterung des Outdoor-Bereichs, der je nach Wetterlage von Mitte Juni bis Anfang September geöffnet sein soll. Das Indoor- Spassbad wird ganzjährig zugänglich sein.

Maximal 5000 Besucher am Tag

Vorerst geht der Europa-Park laut «Badische Zeitung» von maximal 5000 Besuchern pro Tag aus, später könnten es 8000 werden. Für das Hotel sind 600 und für den Wasserpark 1000 Parkplätze vorgesehen. Die Anlage benötigt zusätzlich jährlich 150 000 Kubikmeter Wasser. Für die Wasserversorgung wird ein eigener Brunnen gebohrt, ausserdem versickert das Regenwasser, und das Schmutzwasser wird mit modernen Methoden gereinigt. Das Problem der Fledermäuse und Brutvögel soll durch grosse Grünflächen mit einem Fledermauskorridor gelöst werden.

Kein nennenswerter Widerstand

Die Bürgerinformationen sind gut verlaufen für das Vorhaben. «Der Entwurf ist das Ergebnis eines intensiven Dialogs mit den Genehmigungsbehörden, weshalb wir davon ausgehen dürfen, dass es keine gravierenden Einwendungen geben wird», zitiert die «Badische Zeitung» Kai-Achim Klare, den Bürgermeister von Rust. Bisher scheint es allgemein bei Gutachtern und Öffentlichkeit keinen nennenswerten Widerstand gegen das Mammutprojekt gegeben zu haben.

Jährlich werden 400 000 bis 600 000 Gäste im Wasserpark erwartet. 80 Prozent sollen bereits Besucher des Europa-Parks sein. Während es vor anderthalb Jahren noch geheissen hat, dass man Wellnessbereiche und Saunen im Wasserpark umsonst suchen wird, sind diese nun wie erwähnt durchaus geplant.

Die Fragen, aus welchen Gründen der Park die Strategie änderte und auch, ob die hohe Investition das Familienunternehmen nicht in Gefahr bringen könnte, blieben leider unbeantwortet. Immerhin gibt es im Einzugsgebiet des Europa-Parks mit dem Badeparadies Schwarzwald in Titisee, Aqua Basilea in Pratteln und in geringerem Ausmass dem Laguna in Weil am Rhein oder den Thermalbädern wie Sole Uno in Rheinfelden und denjenigen in Bad Bellingen und Badenweiler bereits etliche Anlagen, die das Wasser in den Mittelpunkt stellen.

Der Europapark ist derzeit geschlossen. Die Sommersaison dauert vom 19. März bis 6. November, täglich von 9 bis 18 Uhr.

Aktuelle Nachrichten