Überwachung
Galgenfischer fangen Vandalen im Netz

Die Basler Galgen werden immer wieder Opfer von Vandalismus. Nun wehren sich ihre Besitzer mit rechtlich heiklen Methoden.

Olivia Meier
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So fischen die Galgenbesitzer nach dem Täter im Internet.

So fischen die Galgenbesitzer nach dem Täter im Internet.

Screenshot/facebook

Die Basler Galgenfischer sind sauer: Immer wieder zerstören Vandalen ihre kleinen Fischerhäuschen am Rheinbord, wie auch die Staatsanwaltschaft bestätigt. Die denkmalgeschützten Hütten werden besprayt oder auf sonstige Weise beschädigt. Nun wehren sich die Pächter gegen die «Schofseckel», wie sie Forellen-Toni nennt. Er ist eine bekannte Figur in der Basler Fischerei Szene, als Abwart schaut er bei insgesamt fünf Galgen nach dem Rechten. Bei einem davon haben Unbekannte erst letzte Woche die Dachrinne heruntergerissen. Am Samstag darauf wurde sie bei der Rhyputzete neben Stühlen und Velos wieder aus dem Wasser gefischt.

Viele Besitzer haben an ihrem Galgen Kameras installiert, die dem Vandalismus-Spuk endgültig ein Ende setzen sollen. So auch Forellen-Toni. Es könne nicht sein, dass immer wieder «Seich» gemacht werde. Seit der Rheinschwumm so populär ist, hätten Sachbeschädigungen zugenommen, sagt der Fischer. «Für die Galgen wurde ein eigenes Gesetz erlassen, das Unbefugten verbietet, sich bei den Galgen am Rheinbord aufzuhalten», empört er sich.

Die Art, wie sich die Galgenfischer wehren, ist rechtlich heikel. Zwar seien die auf Eigeninitiative installierten Kameras legal, sagt Silvia Böhlen, Sprecherin des eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten. Zumindest solange sich der Aufnahmebereich auf das eigene Grundstück beschränkt und die Videoüberwachung gerechtfertigt und klar signalisiert ist. Doch: In diesem Fall haben Betroffene Bilder eines mutmasslichen Vandalen im weissen Pulli auf Facebook veröffentlicht, mit der Bitte, die Täter bei der Polizei zu melden. An der privaten Fahndung beteiligten sich weitere Nutzer, der Post wurde dutzendfach geteilt.
Fahndung auf eigene Faust

Das ist illegal. «Video-Aufnahmen dürfen nur veröffentlicht werden, wenn die abgebildeten Personen vorgängig eingewilligt haben. Bilder, auf denen Straftaten zu sehen sind, sollten den Strafverfolgungsbehörden übergeben werden. Wer Videoüberwachungsmaterial eigenhändig online stellt, um nach mutmasslichen Tätern zu fahnden oder sie an den Pranger zu stellen, handelt widerrechtlich» bestätigt Böhlen. Inzwischen wurde der Beitrag gelöscht.