Fussball
FC Basel startet Mission «Champions League Gruppenphase» in Estland

Problemlos, selbstbewusst und gelassen hat der FC Basel den Weg nach Tallinn gefunden. Morgen spielt der Schweizer Meister das Hinspiel in der Qualifikation für die Champions League gegen Flora Tallinn.

Sebastian Wendel, Tallinn
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Die FCB-Spieler kommen im kalten und regnerischen Estland an (zuvorderst Neuzugang Gastón Sauro).
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Die Degen-Zwillinge (links Philipp, rechts David) treten mit dem FCB morgen um 17.45 Uhr Schweizer Zeit gegen Flora Tallinn an.
Die Spieler des FC Basel sind in Tallinn angekommen
Marcelo Diaz und Gastón Sauro warten auf ihr Gepäck.

Die FCB-Spieler kommen im kalten und regnerischen Estland an (zuvorderst Neuzugang Gastón Sauro).

Keystone

Zeit zur Akklimatisierung braucht der FC Basel in der estnischen Hauptstadt Tallinn kaum. Das Wetter ähnelt dem in Basel, ausser dass es an der östlichsten der drei baltischen Staaten ein paar Grad kühler ist. Trainer Heiko Vogel hat sich vorgängig schlau gemacht und erschien am EuroAirport Basel in warmer Kleidung. «Es wird typisch nordländisch, raues und nasses Wetter. Für mich die besten Fussball-Bedingungen.»

Überraschter vom zügigen Wind waren da die Spieler. Die Degen-Zwillinge zogen beim Ausstieg die Köpfe ein, und auch Alex Frei bereute wohl, die Jacke des Trainingsanzugs in der Tasche gelassen zu haben. Sie und der Rest des Kaders suchten schnell Unterschlupf im Rollbus, der zur Gepäckausgabe führte.

«Druck hat ein FCB-Spieler immer»

Am Fliessband dauerte es ungewöhnlich lange bis die ersten Koffer erschienen, doch gibt es in der heutigen Zeit genügend Möglichkeiten, sich zu verweilen. Eine Gruppe um Marco Streller quatschte über Gott und die Welt, die meisten jedoch surften durch ihre Musikbibliotheken, telefonierten oder testeten die Spielefunktion ihrer Smartphones.

Die Stimmung ist vergleichbar mit jener vor dem Achtelfinal-Rückspiel im März in München. Locker, viel Lachen, Gelassenheit. «Druck hat ein FCB-Spieler immer. Damit können wir alle gut umgehen», sagt Markus Steinhöfer. In Estland zähle nichts anderes als ein Sieg. «Unser Anspruch muss sein, ein Team wie Flora Tallinn diskussionslos aus dem Weg zu räumen.» Das ist nötig, um Phase 2 der Mission «Gruppenphase» zu erreichen. Dort dürfte - vorausgesetzt, er setzt sich gegen Tallinn durch - ein bekannterer Name auf den FCB warten.

Leistung abrufen

Speditiver als die Gepäckausgabe funktionierte der Transfer ins Hotel. Ein paar Minuten, um einen ersten Eindruck für das von den meisten erstmals bereiste Estland zu erhaschen, blieb nicht. Der Zeitplan drängt: Im Hotel folgen Videostudium des Gegners und um 18 Uhr (19 Uhr Schweizer Zeit) das Abschlusstraining im Nationalstadion A. Le Coq Arena.

Über den Gegner weiss man auch beim FCB nicht allzu viel. «Sie haben eine junge Mannschaft, die in der Defensive mit Organisation überzeugt», sagt Vogel. Auch Steinhöfer ist nicht mehr bekannt. «Aber wir sind der FC Basel und sollten gegen einen solchen Gegner nur auf uns schauen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann kommen wir auch weiter.»

Bilder vom Spiel sind nicht zu erwarten. Laut FCB-Sprecher Josef Zindel wird die Partie, die morgen um 17.45 Schweizer Zeit beginnt, im estnischen Fernsehen nicht übertragen. Auch sonst sei nicht bekannt, dass irgendjemand das Spiel aufzeichnet.