Tradition

Fast 100 Jahre nach dem ersten Eidgenössischen jodeln sie 2020 wieder in Basel

Bald auch ein Spektakel in Basel: Jodler beim Aufwärmen am Eidgenössischen Jodlerfest vom Juni 2017 in Brig.

Bald auch ein Spektakel in Basel: Jodler beim Aufwärmen am Eidgenössischen Jodlerfest vom Juni 2017 in Brig.

Das 31. Eidgenössische Jodlerfest wird Ende Juni 2020 in der Basler Innenstadt durchgeführt. Die Organisatoren erwarten am dreitägigen Anlass rund 12'000 Aktive sowie 150'000 Besucherinnen und Besucher.

Wer gestern Nachmittag den Gemsberg hochlief, dem versperrten Alphornbläser und Fahnenschwinger den Weg. Die Klänge des Alphornquartetts Riehen sind in der Grossbasler Altstadt doch recht ungewohnt; die beiden Fahnenschwinger erreichen in der engen Gasse keine Rekordhöhen. Noch zwei Juchzrufe und das ländliche Spektakel im Stadtkern endete. Es war nur ein Vorgeschmack anlässlich der Medienorientierung: Während dem Eidgenössischen Jodlerfest 2020 wird auf dem Petersplatz das «Jodlerdorf» errichtet und der Gemsberg liegt an der «Jodlermeile». Einzelne Geranien stehen auch sonst im Innenhof des Restaurant Löwenzorn.

Der Grund, weshalb die Medien ausgerechnet hier über das Jodlerfest orientiert wurden? Das allererste Eidgenössische Jodlerfest hatte 1924 bereits in der Stadt Basel stattgefunden. Nun kehrt knapp 100 Jahre später das 31. wieder nach Basel zurück.

Um interregionalen Kulturaustausch gehe es denn auch: Alt Regierungsrat und Basel Tourismus-Präsident Carlo Conti erklärte, er habe das OK-Präsidium übernommen, weil ihm der bröckelnde Zusammenhalt zwischen städtischen und ländlichen Gegenden Sorgen bereite. Er hofft auf ein Stadtfest für Schweizer Traditionen. 12 000 Aktive und 150 000 bis 180 000 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz werden erwartet, Hotellerie- und Gastrobetriebe dürften sich freuen. Aber auch für externe Besucher mit kleinem Budget werde gesorgt: Zahlbare Massenunterkünfte werden organisiert.

Basel Tattoo stellt Geschäftsstelle

Die 12 000 qualifizieren sich in ihren Regionalverbänden zur Teilnahme an den Wettbewerben im Jodelgesang, Alphornblasen und Fahnenschwingen. Aber nicht überall geht es ums Kräftemessen: Der sonntägliche Festakt gehört ebenso dazu, wie ein Umzug und das bereits erwähnte Jodeldorf. Alles in der Grossbasler Altstadt – analog zur Fasnacht, wie an der Medienorientierung betont wird.

Ein solcher Grossanlass ist nur dank dem Engagement von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern möglich. Auch das OK und dessen Präsident Conti arbeiten «weitgehend ehrenamtlich». Anders die Basel Tattoo Productions, die Generalsekretariat und Geschäftsstelle des Events stellen. Das Gesamtbudget des Eidgenössischen Jodelfests Basel 2020 beträgt rund 5,5 Millionen Franken. Die Basler Kantonalbank sei als Sponsor mit an Bord, auch Feldschlösschen und Coop, die sich langjährig als Sponsoren von Jodelfesten betätigen. Über einen Beitrag aus dem Swisslosfonds müsse die Regierung noch befinden. Weitere Sponsoren werden gesucht.

Jodel im Trend, nur nicht in Basel

Karin Niederberger, Präsidentin des Eidgenössischen Jodlerverbands, ist mit ihrem Bündner Zungenschlag bereits Vorbotin des interregionalen Kulturaustauschs im Löwenzorn-Innenhof. «Trotz weltumspannender Kommunikation und Multikulti bekommt das Urchige, Authentische Zuspruch – gerade auch von Jungen!» begeistert sie sich. Jodeln und Alphornblasen sind schweizweit im Trend. Aber in Basel-Stadt geht die Anzahl der Jodelvereine kontinuierlich zurück.

Und so sympathisch die in die Medienorientierung eingebettete Gesangseinlage des «Ersten Frauen-Jodel-Chörli» Basel ist: Nachwuchs scheint dem Chörli zu fehlen.

Zeitgleich mit dem Eidgenössischen Jodlerfest findet der «Summerblues» statt. Wer weder Jazz noch Schweizer Traditionsmusik mag, der sollte die Innenstadt vom 26. bis 28. Juni 2020 meiden.

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