Föderalismuspreis

Emil Steinberger ist die Verkörperung des Schweizer Urtyps

Emil Steinberger (links) stehe für die Vielfältigkeit der Schweiz, lobt Jean-Michel Cina.

Emil Steinberger (links) stehe für die Vielfältigkeit der Schweiz, lobt Jean-Michel Cina.

Emil Steinberger nahm am Samstagabend im Fauteuil den Föderalismuspreis entgegen. Regierungspräsident (SG) Benedikt Würth sagte in seiner Ansprache, Steinberger habe bewiesen, dass Kultur und Föderalismus in einer Wechselwirkung stünden.

Bis auf die beiden Laudatoren wissen die knapp zwei Dutzend geladenen Gäste, die sich am frühen Samstagabend im Kaisersaal des Fauteuil eingefunden haben, nicht, wem der Föderalismuspreis 2015 in wenigen Minuten übergeben wird. Der Veranstaltungsort lässt allerdings den Preisträger erahnen – führt doch Emil Steinberger seit Anfang September praktisch täglich im Fauteuil sein Erfolgsprogramm «Emil – No einisch!» auf.

Als sich der Kabarettist mit Ehefrau Niccel schliesslich dazugesellt, ist das Geheimnis gelüftet. «Es ist mittlerweile allen klar, dass der Preis an Emil Steinberger geht», sagt dann auch Benedikt Würth während seiner Eröffnungsrede. Der Regierungspräsident (SG) und Präsident der «ch Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit» spricht von einer «grossen Ehre», die Trophäe nach alt Bundesrat Arnold Koller dem Humoristen zu überreichen: «Herr Koller hat viel für unsere Verfassung getan – Sie für unsere Seele.» Steinberger habe bewiesen, dass Kultur und Föderalismus in einer Wechselwirkung stehen.

«Emil ist unique»

Christoph Brutschin, der erste Laudator, ist hocherfreut, Steinberger im Namen des Kantons Basel-Stadt zum Föderalismuspreis zu gratulieren. Im Wissen, dass der Preisträger seit einem Jahr in Basel lebt, verzichtet der Regierungsrat auf einen «Werbespot» für seinen Kanton, sondern kommt auf eine Schlagzeile zum Wohnortswechsel zu sprechen: «‹Emil zieht nach Basel› klingt zwar nach Kabarett, aber wie ein gutes Kabarettstück!»

Jean-Michel Cina bezeichnet den Preisträger derweil als «Person, die im kollektiven Gedächtnis der Schweizerinnen und Schweizer in seinen vielfältigen Rollen den Urtyp des Schweizers verkörpert hat und verkörpert». Der Kabarettist habe den Föderalismus hervorragend verkörpert, indem er seinem Publikum die Eigenheiten und Vielfalt der verschiedenen Regionen des Landes nähergebracht hätte. «Emil ist unique, Emil ist ein Föderalist, Emil ist ein Schweizer», hält der Walliser Staatsrat und Präsident der Kantonsregierungen fest.

Ein Kantonspuzzle als Trophäe

Emil selbst ist sichtlich angetan ob des Preises und der vielen lobenden Worte. Seinen Umzug vom Genfersee nach Basel erklärt er damit, «dass ich endlich wieder einmal ‹schnörre› wollte, wie mir der Schnabel gewachsen ist». Der Luzerner erwähnt zudem die Wichtigkeit der Sprache und dass es Mut braucht, in einer Fremdsprache zu reden. Und dass sein erstes Programm auf französisch voller Fehler («Terrible pour nos oreilles!»), aber auch gleichzeitig ein Grund für den Erfolg jenseits des Röstigrabens gewesen sei: «Die wollten doch, dass ich Fehler mache!»

Grosse Freude hat der Geehrte auch an der Trophäe selber. Am vom ebenfalls anwesenden Künstler Florian Graf entworfenen «Kantonspuzzle» sind sämtliche Kantone in verschiedenen Farben an einem Sockel übereinander aufgereiht. «So bunt, so vielfältig – Ja, das sind wir!», nickt Emil Steinberger.

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