Festival

«Em Bebbi sy Jazz» und der internationale Orgel-Tornado

Barbara Dennerlein gehört zu den absoluten Top-Shots der internationalen Jazzszene und wird in den USA mit Preisen überhäuft.

Barbara Dennerlein gehört zu den absoluten Top-Shots der internationalen Jazzszene und wird in den USA mit Preisen überhäuft.

Einen Abend lang nimmt Jazz die Stadt in Beschlag. Am 22. August ist wieder «Em Bebbi sy Jazz». Das besondere Highlight dieses Jahr ist der Auftritt des international bekannten Barbara Dennerlein Duo.

Am 22. August wird die Grossbasler Altstadt zum einunddreissigsten Mal von Jazzklängen widerhallen. Dieses Jahr ist es die erste Ausgabe, die nicht mehr von Ernst Mutschler, dem Gründer und Lenker von «Bebbi sy Jazz» geleitet wird. Neuer Obmann ist Peter Eichenberger, koordiniert wird der Anlass von Michael Santler, einem erfahrenen Eventorganisator. «Die meisten Mitglieder im OK sind selber Musiker, das ist ein grosser Vorteil», betont Eichenberger.

Ein neues Team heisse aber nicht, dass jetzt alles anders werde. Das Festival wird weiterhin im bestehenden Rayon stattfinden, also im Dreieck Marktplatz, Leonhardskirche, Spalenberg und gratis bleiben. Mehr Gewicht soll die Nachwuchsförderung bekommen mit einer eigenen Bühne für Jazzschüler am Gemsberg. Zudem gibt es im Gerbergässlein eine neue Streetband Bühne. Die grösste Neuerung ist aber die klare Gliederung der Spielorte in stilistische und thematische Kategorien und dass das Programm heute schon steht. «Früher wurde es manchmal erst vier Tage vorher bekannt gegeben», schmunzelt Eichenberger. «Das wollen wir jetzt anders machen.»

Das grosse Highlight der diesjährigen Ausgabe ist neben den zahlreichen regionalen Formationen ein Orgel-Tornado: das Barbara Dennerlein Duo aus München. Dennerlein gehört zu den absoluten Top-Shots der internationalen Jazzszene und wird in den USA mit Preisen überhäuft, ihre CD «Take off» stand gar auf Platz eins der Jazz Charts. Das erstaunliche ist aber weniger die Verpflichtung überhaupt, sondern dass Dennerlein sich selber gemeldet hat, um am «Bebbi sy Jazz» zu spielen. So renommiert ist das Festival inzwischen. «Wir profitieren enorm von der Atmosphäre», erklärt Eichenberger. Dennerlein wird um halb neun im Rosshof ihre Orgel zum heulen bringen.

Regionales kommt nicht zu kurz

Es sei aber nicht das Ziel, jedes Jahr mit einer solchen Grösse aufzutrumpfen, betont Musikchef Eduard Löw. Die Qualität liege in erster Linie in der regionalen Jazzszene, die sich keineswegs zu verstecken brauche.

Hier finden sich viele alte Bekannte, viele Dixieland Bands, einige Brassbands und hin und wieder etwas Blues. Aber auch Latin-Jazz, Gipsy-Jazz und natürlich Chöre werden zu hören sein. Und auch die Parade der Streetbands findet wieder statt. «Uns ist wichtig, dass die Wurzeln des Festivals weiterhin stark bleiben», sagt Löw.

Insgesamt 70 Formationen auf 32 Bühnen, während sieben Stunden auf gerade mal 700 mal 700 Metern. Eichenberger scherzt, der Antrag beim Guinnessbuch der Rekorde sei noch hängig. «Wir sind froh, wenn wir das Festival im bisherigen Rahmen wieder realisieren können. Das ist unsere Hauptaufgabe.»

Em Bebbi sy Jazz: Am 22. August von 18:00 bis 01:00.

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