Appellationsgericht
Eklat im Gartenbad: Badmeisterin verlor zu Recht ihren Job

Beschimpfungen wie «Kum use, du Schlampe» kosteten der Angestellten des Gartenbads Bachgraben den Job – zu Recht.

Leif Simonsen
Drucken
Teilen
Das Gartenbad Bachgraben in Allschwil.

Das Gartenbad Bachgraben in Allschwil.

Kenneth Nars

Die Gartenbäder waren im vergangenen Jahrhundertsommer voll. Nicht alle bewahrten bei der Hektik Ruhe. Eine Badmeisterin des Bachgrabens verlor mehrmals ihre Nerven. Unter anderem sagte sie einem Badegast: «Kum use, du Schlampe». In einer anderen Situation rempelte sie eine Frau an und sagte: «Halt dini Frässi.»

Zu viel für ihre Vorgesetzten vom Erziehungsdepartement. Das Sportamt zog im vergangenen August die Notbremse und stellte die rabiate Badmeisterin frei. Nachdem die heute 32-Jährige die Vereinbarung zur Auflösung des Arbeitsvertrags unterschrieben hatte, überlegte sie es sich anders. Die Frau stellte sich auf den Standpunkt, dass das Verhalten der Gäste den Ausschlag für ihr harsches Vorgehen gewesen waren. Zudem sei die Bedenkfrist von drei Tagen zum Unterschreiben der Auflösungsvereinbarung zu knapp gewesen.

In der Verhandlung vor dem Basler Appellationsgericht erhob der Anwalt der Badmeisterin gemäss «Telebasel» Zweifel an den Vorwürfen gegen seine Mandantin. Diese seien nur «vom Hörensagen» bekannt gewesen. Auch habe die Badmeisterin den Vertrag nur aus Angst vor Repressalien unterschrieben – so ist beispielsweise ihr Ehemann beim Kanton angestellt. Dieser Argumentation folgte das Gericht nicht.

Der Gerichtspräsident befand, dass die Kündigung korrekt zustande gekommen sei. Erleichtert dürfte darob Thomas Mächler gewesen sein. Der Leiter Jugend, Familie und Sport des ED sagte gegenüber dem Fernsehsender, dass Beschimpfungen von Badmeistern ein No-Go seien. «Das sind Bürgerinnen und Bürger, die Eintritt bezahlen – das können wir nicht tolerieren».

Aktuelle Nachrichten