Volkstümlich
Eine Reise durch die Schweiz mit dem Jubiläums-Mimösli

Die 25. Ausgabe des Mimösli führt die Besucher auf eine humoristische und musikalische Reise durch die Schweiz – politische Prügel inklusive. Das Premierenpublikum war zufrieden.

Tobias Gfeller
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Häbse und seine Mannschaft im flotten Sennekutteli.

Häbse und seine Mannschaft im flotten Sennekutteli.

Christoph Junck

725 Jahre Eidgenossenschaft, 25 Jahre Vorfasnacht mit dem Mimösli. Jubiläen, die gefeiert werden müssen. Dies dachten sich auch die Mimösli-Macher im Häbse-Theater. Um die beiden Jubiläen zu verbinden, begibt sich dieses Jahr das Mimösli auf eine Reise durch die Schweiz. Das Premierenpublikum am Donnerstagabend war sehr zufrieden und würdigte die diesjährige, wohl aber auch die Leistung des Mimösli der vergangenen 25 Jahre, mit einer Standing Ovation.

Haue für Guy Morin und Co.

Die Rahmenstücke und die musikalischen Einlagen sind vielfältig und immer mit einem Hauch Brauchtum gestaltet. Das siebenköpfige Schauspielensemble spielt gleich zu Beginn mit den Klischees, als es in Kuh-Kostümen bissig auf das vergangene Jahr zurückblickt. Die EU, die rot-grüne Basler Regierung, die neuen Pläne von Telebasel und wieder einmal die nicht immer stilgerechten Anzüge von Regierungspräsident Guy Morin – nichts blieb von den Kühen verschont. Bereits der Prolog zeigte, dass im diesjährigen Mimösli vor allem Rot-grün einstecken muss. Ob dies politische Absicht ist oder zur Schweizerreise gehört?

Die Schweizerreise schickt das Ensemble auf eine Bergwanderung, auf der es einem Bio-Käser begegnet, vor ein Wohnhaus, wo ein hoch motivierter Pöstler die neuen Angebote der Post präsentiert und auf den Münsterplatz, auf dem die Kulturbeauftragte der Stadt Wilhelm Tell in einer aussergewöhnlichen Besetzung aufführen lässt. Gerade letzteres Rahmenstück strotzt vor Witz und Schalk.

Ein Kleinhüninger als Wilhelm Tell (Häbse Hersberger), ein Inder aus dem Kleinbasel als Walter (Dani von Wattenwyl), der Kosovare Blerim Milic als Hutwächter (Carlos Amstutz), ein Elsässer als Gessler (Michael Eckerle), ein verzweifelter deutscher Regisseur (Maik van Epple), eine Statistin aus Münchenstein (Hedy Kaufmann) und eine Kulturbeauftragte der Stadt (Nicole Loretan), die mit der Besetzung das moderne Basel zeigen will, übertrumpfen sich mit Stereotypen gegenseitig. Ein rasantes, vom Premierenpublikum mit lautem Beifall gefeiertes Stück.

Bissige Bängg, laute Gugge

S Bangg-Ghaimnis und S spitzig Ryssblei besingen bissig Neo-Nationalrätin Sibel Arslan, den VW-Abgasskandal, Seppli Blatter und seine Fifa, die Sprachkenntnisse der beiden FCB-Trainer Paulo Sousa und Urs Fischer sowie das Theater ums Geld zwischen Basel-Stadt und Baselland. Weniger Kraft, dafür viel Lautstärke vermittelten die Rätsch-Beeri, die noch bis am 23. Januar im Mimösli schränzen. In der zweiten Vorstellungshälfte werden sie von den Ventilatore abgelöst.

Das Piccolo-Ensemble der Hofnaare begeistert das Publikum gleich mehrfach. Zu Beginn mit dem Schacher-Medley, dazwischen mit den Trommelvirtuosen von StickStoff und am Ende im Mimösli-Stadl mit dem Echo vom Klingental von Heinz Wirz am Klavier, Vassily Dück an der Handorgel und dem Appenzeller Johannes Fuchs am Hackbrett

Gerade beim schon fast traditionellen musikalischen Schlussbouquet integrieren die Hofnaare Fasnachtsmärsche in Schweizer Hits. Dieser Schlagerabend, moderiert von Dani von Wattenwyl alias Selbstdarsteller Dorian Kupfereisen, rundet das Jubiläums-Mimösli ab, das die Schweiz noch bis am 6. Februar ins Häbse-Theater bringt.

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