Freie Strasse
Ein Laden weniger: Traditionsgeschäft «Kost Sport» gibt auf

Nach fast 150 Jahren macht mit dem «Kost Sport» eines der letzten Familienunternehmen in der Freien Strasse dicht. Die Konkurrenz hat in der Shoppingmeile Basels zugenommen. Der Sportladen gibt nun dem Druck nach.

Martina Rutschmann
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Das bunte Rhombenmuster verschwindet im Januar.

Das bunte Rhombenmuster verschwindet im Januar.

Martina Rutschmann

Das waren noch Zeiten! Brauchte man ein Paar Ski: «Gömmer in Koscht!» Musste ein Tennisschläger her: «Findsch im Kost.» Oder allenfalls damals noch im «Gerspach» ein paar Strassen weiter. Aber sonst? Praktisch null Konkurrenz. «Ochsner Sport» und andere Sportläden kamen später. Und wurden schnell gross.

Und plötzlich war es weg, das «Kost»-Monopol in Sachen Sportartikel und -bekleidung. Dennoch: In den Köpfen der Basler ist und bleibt der «Kost Sport» Synonym für Qualität und Tradition. Diesbezüglich hat der Familienbetrieb das Monopol noch. Allerdings nur ein halbes Jahr.

Autofreie City als einer der Gründe

«Die Aktionärinnen der Kost Sport AG haben beschlossen, ihr Geschäft an der Freien Strasse 51 per 31. Januar 2015 zu schliessen», schreibt Geschäftsleiter und Verwaltungsratsmitglied Michel Pompanin in einer Mitteilung. Die Inhaberinnen der Kost Sport AG hätten «über längere Zeit versucht, mit persönlichem und finanziellem Engagement» das Unternehmen weiterzuführen - allerdings ohne Erfolg. Als Grund für die Entscheidung, das Geschäft an bester Basler Einkaufslage zu schliessen, gibt Pompanin mehrere Faktoren an.

Die schwierige Lage im Detailhandel habe sich nach dem «Eurocrash» und dem daraus resultierenden Einkaufstourismus ins grenznahe Ausland verschärft. Als weitere Gründe werden «der Konkurrenzdruck im Sport», «der Trend zum Online-Shopping» und «der Druck der Markenhersteller in der Mode» genannt. Mit diesen Problemen haben auch Ladenbetreiber ausserhalb Basels zu kämpfen. Mit «den Auflagen der Behörden, unter anderem dem neue Verkehrskonzept», schlagen sich aber vor allem hiesige Detailhändler herum.

Pompanin will sich am Mittwoch selber zur Schliessung äussern. Am Dienstag war er damit beschäftigt, das Team, die Lieferanten und Partner über den Schritt zu informieren.
Die «Kost»-Liegenschaft ist im Besitz der Familie Kost. Vor einigen Monaten eröffnete diese im Laden die «Kost Bar». Über deren Verbleib und allfällige Nachmieter wollte Michel Pompanin am Dienstaag noch nichts sagen.

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