Vorfasnacht
«E Bsuech im Fasnachtshuus»: Spannung, Unterhaltung und feines Essen

Der Besuch im «Fasnachtshuus» überzeugte mit Spannung, einer Überraschung und gelungenem kulinarischem Angebot.

Fabian Schwarzenbach
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Pfeifer und Tambouren in der Safran Zunft.
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Pfeifer und Tambouren in der Safran Zunft.
Die «Dreydaagsfliege» lässt am «Cassisbäumli rytzen».
Die Guggemusik «Negro-Rhygass» füllte das Lokal mit ihrer Musik.
Die Guggemusik «Negro-Rhygass» füllte das Lokal mit ihrer Musik.
E Bsuech im Fasnachtshuus
«Rollaator Röösli» überzeugt die Besucher davon, dass ein Laubbläser ein gutes Geschenk sein könnte.

Pfeifer und Tambouren in der Safran Zunft.

Roland Schmid

Die schwarz-weiss kostümierten Pfeifer und Tambouren stehen quer in der Safran Zunft und eröffnen mit dem «Ryslaifer» «E Bsuech im Fasnachtshuus». Doch als gleich anschliessend «Dr Spitzbueb» seine Schnitzelbänke singen will, unterbricht Kriminalkommissär Meier (Stephan Uehlinger) und seine uniformierte Assistentin Hildy Böhler (Noemi Schaerer). Von da an geht es rund im Fasnachtshuus, denn das Comité vermisst seine Chefin, Pia Inderbitzin. Es wird sogar vermutet, dass sie entführt wurde.

Nur ihr roter Hut ist zurückgeblieben. Die Angst, die Fasnacht könnte nicht stattfinden, greift um sich. Der Kommissär beobachtet nun zum Leidwesen von Programmchefin Linda Atz die Veranstaltung. Musiker Philipp Wingeier singt trotzdem ein «Polizischde-Lied»: Der «Rämschgi» von der Fasnachtspolizei büsst die «Räppli-Mischer». Die «Dreydaagsfliege» lässt am «Cassisbäumli rytzen». Nach einem sauber getrommelten «Concorde» und träfen Sprüchen des Kommissärs («E-Bike ist Tesla für Arme») geht es zur Vorspeise über.

Der zweite Block wird mit dem «Nunnefirzli» eröffnet und einem «Sing-Kampf» über Pulverschnee versus «Morgestraich». Die beiden Polizisten singen sich gegenseitig in den Schnee oder an die Fasnacht. Nach dem Hauptgang wird mit einem «Rossignol» zurück ins Programm gerufen. Der «Määlsubbe-Blues» zeigt zwar sprachliche Unterschiede zwischen Baslern und ihren badischen Nachbarn auf, aber: «Es isch glyych, was me sait. Hauptsach isch, dass me s verstooht!»: Die melancholisch-sinnliche Seite des Abends.

Überraschung des Abends füllt das Lokal

Dann kommt die angekündigte Überraschung, die zwar Platzangst schürt und zu Gehörschutzpfropfen greifen lässt, aber das Herz erwärmt: Die Guggemusik «Negro-Rhygass» füllt das Lokal mit ihrer Musik. Ein Teil der Gugge kommt via Küche herein, sonst würde der Aufmarsch zu lange dauern. Von dort kommt dann auch das Dessert. Mit dem «Krimi-Pfiff» (von Pink Panther über Kriminal-Tango bis zu James Bond) geht es in den letzten Block, der mit dem Schnitzelbank «Rollator Röösli» startet. Sie überzeugt uns, dass ein Laubbläser ein gutes Geschenk sein könnte.

Nach einem Tango-Medley löst Kommissär Meier den Fall, mit Hilfe der Gästeliste, Google und «1 und 1 zämmezelle». Unter Verdacht sind verschiedene Gäste geraten, die wie ein Grossrat entweder entlastet oder wie der bz-Autor belastet werden. Doch die Comité-Obfrau taucht wieder auf. Stephan Uehlinger unterhält mit seiner Präsenz in der witzig-ernsten Rolle im Alleingang das ausverkaufte Restaurant. Er hat sich den Text auf den Leib geschrieben. Perfekt ergänzt wird er von Noemi Schaerer, die mit den Dialektwechseln von badisch zu baslerisch unterhält und als Sängerin ihre kräftige Stimme in die Ohren des Publikums drückt.

Beste Fasnachts-Unterhaltung wird von gutem Essen ergänzt: Der Mut in ein grösseres Lokal zu wechseln, hat sich für die Macher Patrick Stalder, Linda Atz, Lara Schenk (Regie), Roman Huber (Musikalisches) und Michel Mesmer definitiv gelohnt. Altmeister André Schaad kann seine Beratungstätigkeit getrost zurückfahren. Die weiteren Vorstellungen sind leider schon ausgebucht, aber es dürfte den jungen Verein Fasnachtshuus, der noch weitere Projekte verfolgt, im Weitermachen bestärken.