Univertrag
Die Unbeteiligte, die im Zentrum steht

Es ist kein Zufall, dass es bei der geplanten Spitalkooperation der beiden Basel auch um die Universität geht – sie ist eng mit den Spitälern verbandelt.

Lukas Meili
Drucken
Teilen
«Die medizinische Fakultät und die Spitäler mit universitärem Auftrag sind sehr stark miteinander verquickt», so der Geschäftsführer der medizinischen Fakultät.

«Die medizinische Fakultät und die Spitäler mit universitärem Auftrag sind sehr stark miteinander verquickt», so der Geschäftsführer der medizinischen Fakultät.

Nicole Nars-Zimmer

Eigentlich ist bis jetzt nicht ganz klar, ob die Basler Regierung es tatsächlich so formuliert hat: Die Spitalkooperation komme nur zustande, wenn Baselland in seiner kommenden Budgetdiskussion weiterhin am Univertrag festhalte. Das SRF-Regionaljournal hatte diese städtische Forderung am Montag aufgedeckt, und seitdem wird ihr – je nach Medium – mal mehr, mal weniger Stellenwert eingeräumt. Jedoch ist sie von beiden Regierungen weder bestätigt noch dementiert worden.

Warum wird in dieser Spital-Diskussion der Univertrag überhaupt mit ins Spiel gebracht? Und welcher Zusammenhang besteht zwischen der Universität und der Spitalkooperation? Kein direkter, wenn es nach den Baselbieter Bürgerlichen geht. Sie opponieren derzeit heftig gegen die Verknüpfung der beiden Geschäfte, wie es etwa im Regionaljournal von gestern zu hören war. Einen grossen, wenn es nach Kaspar Traub, dem Geschäftsführer der medizinischen Fakultät der Uni Basel, geht: «Die medizinische Fakultät und die Spitäler mit universitärem Auftrag sind sehr stark miteinander verquickt.» Auch der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger pflichtet Traub bei: «Die Uni und die Spitäler arbeiten bei der medizinischen Lehre und der Forschung eng zusammen.»

Die Zusammenarbeit äussert sich laut Traub etwa in der Personalsituation. So hätten Professoren und Assistierende oft eine Doppelfunktion – an der Uni würden sie Dozieren und Forschen, im Spital arbeiteten sie als Dienstleister. Auch Studierende der Medizin würden einen «namhaften Teil» ihrer Ausbildung in den öffentlichen Spitälern absolvieren. Gemäss Engelberger hat die Vernetzung auch Einfluss auf Anstellungsfragen: «Ob jemand für eine Chefarztposition infrage kommt, hängt oft davon ab, ob er oder sie auch eine Professur an der Universität innehat.»

Uni sei «unverzichtbare Basis»

Als «substanziell» bezeichnet Traub deshalb den Beitrag, den Baselland per Univertrag an die universitäre Medizin leistet. «Wenn er wegbricht, sind wir nur noch halb so stark und bleiben sowohl bei der Spitzenforschung als auch bei der Lehre auf der Strecke.» Auch Engelberger betont die Wichtigkeit des Univertrags: «Für den Basler Regierungsrat ist die gemeinsame Uni-Trägerschaft eine zentrale Grundlage für die Kooperation im Gesundheitswesen und das vorgestellte Projekt.» Mit ihrer starken medizinischen Fakultät sei die Uni eine «unverzichtbare Basis» für die Spitalmedizin und den Life Sciences-Standort Basel. Explizit bejahen, ob Basel die Spitalkooperation von der Baselbieter Haltung zum Univertrag abhängig macht, möchte Engelberger allerdings auch gegenüber der bz nicht.

Die Baselbieter Gesundheitsdirektion lässt indes über Mediensprecher Rolf Wirz ausrichten, dass sie keine «direkte Verknüpfung» zwischen dem Univertrag und den Planungen im Gesundheitsbereich sehe. Und widerspricht sich selber fast ein wenig, wenn sie anfügt: «Dass eine starke medizinische Fakultät für den gemeinsamen Spitalverbund zentral ist, liegt auf der Hand.»

Aktuelle Nachrichten