Abgetaucht
Die Polizei hat noch keine Spur vom Pädokriminellen Egger

Der verschwundene Pädokriminelle Christoph Egger ist weiter auf der Flucht. Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel planen derweil eine Präventionskampagne für Leute mit pädophilen Neigungen.

Moritz Kaufmann
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Er will sich stellen: Christoph Egger im Wenkenpark in Riehen, wie ihn am Montagabend ein deutscher Privatsender zeigte.Screenshot RTL

Er will sich stellen: Christoph Egger im Wenkenpark in Riehen, wie ihn am Montagabend ein deutscher Privatsender zeigte.Screenshot RTL

Screenshot RTL

Stellt er sich oder bleibt er auf der Flucht? Der Pädokriminelle Christoph Egger ist weiter auf freiem Fuss. Vor drei Wochen ist er aus den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) geflohen. Eigentlich hiess es in Eggers Umfeld, er wolle sich diese Woche stellen. «Sobald wir ihn haben, werden wir kommunizieren», verspricht Andreas Knuchel, Sprecher der Basler Polizei. Seit der deutsche Privatsender RTL am Montag ein Interview mit Egger ausgestrahlt hat, ist um den Flüchtigen in den Schweizer Medien ein regelrechter Hype entstanden. Wie er darauf reagiert, ist unklar.

Fünf Fälle wie Egger in den UPK

Für UPK-Direktor Marc Graf ist die intensive Berichterstattung kontraproduktiv. In den UPK hofft man nämlich, dass Menschen mit pädophilen Neigungen sich frühzeitig in Behandlung begeben. Deswegen soll extra eine Präventionskampagne gestartet werden. «Je mehr jetzt darüber berichtet wird, desto mehr ziehen sich solche Leute zurück und suchen eigene Lösungen», sagt er. Das sei aber «das Schlechteste, was sie tun können».

Derzeit werden viele Zahlen zum Thema herumgereicht. Etwa zwei Prozent aller Männer sollen pädophile Neigungen haben. «Diese Zahl kommt in etwa hin. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch wirklich etwas tun», sagt Graf. Für diesen hohen Wert spreche, dass zwischen vier und zwölf Prozent aller Mädchen sexuellen Missbrauch erlebten, bei den Buben seien es etwas weniger. Wobei Psychiatrie-Chef Graf anmerkt, dass Studien zu diesem Thema extrem schwierig zu erheben seien.

Derzeit behandeln die UPK etwa fünf Patienten, die wie Christoph Egger ihre pädophilen Neigungen ausgelebt haben. Gleichzeitig lassen sich aber auch etwa fünf Personen behandeln, die nie straffällig wurden. Der Therapieerfolg in diesen Fällen sei hoch, meint Graf. Deshalb hofft er auf eine sachlichere Debatte. Dazu könnte nicht zuletzt Christoph Egger beitragen, indem er sich stellt.

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