Die Schöne und das Biest
Die magische Zauberwelt des französischen Volksmärchens

Das Musical «Die Schöne und das Biest» kommt bald nach Basel. Die bz hat sich die Premiere in Köln angeschaut – und ein Stück gesehen, das von aufwendigen Kostümen, bezaubernder Musik und der romantischsten Liebesgeschichte seit Romeo und Julia lebt.

Céline Feller, Köln
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Musical «Die Schöne und das Biest» kommt nach Basel
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Belle liest dem Biest in dessen hauseigener Bibliothek ein Buch vor. Und wie Belle es prophezeit, tragen die Bücher sie zur Romantik.
Die Kostüme – seien es nun die Kleider von Belle oder die Maske des Biestes – sind so faszinierend detailliert und wunderschön farbenfroh.
Bezaubernd: Die leichtfüssigen Tanzszenen und die wunderschöne Musik .

Musical «Die Schöne und das Biest» kommt nach Basel

zvg/Stefan Malzkorn

Belle sitzt auf einer Bank, um sie herum herrscht buntes Dorftreiben. Die Bewohner lachen, tanzen, singen. Nur Belle liest in Ruhe ein Buch, ist in ihre ganz eigene Welt versunken. «Bücher tragen mich zu Abenteuern und Romantik, und immer gibt es ein glückliches Ende», sagt die junge Frau, ohne zu wissen, wie recht sie damit noch haben wird.

Es ist eine der ersten Szenen des Musicals «Die Schöne und das Biest». Die Geschichte von Belle und dem Biest ist die Geschichte eines französischen Volksmärchens, das nach diversen literarischen Überarbeitungen schliesslich von Disney zu einem der bezauberndsten, magischsten Zeichentrickfilme verarbeitet wurde. Nach dem riesigen Erfolg der Zeichentrick-Version wurde die Geschichte von Belle und dem Biest für die grossen Musical-Bühnen adaptiert und feierte 1994 am New Yorker Broadway Premiere.

Fluch und Freiheit

«Die Schöne und das Biest» ist die romantischste Liebesgeschichte seit Romeo und Julia, versehen mit einer Moral, wie es sich für Märchen gehört. Das Biest, einst ein gut aussehender aber gefühlskalter Prinz, wurde von einer Fee mit einem Zauber belegt und in ein unansehnliches Biest verwandelt, weil er zu oberflächlich war. Er kann nur von seinem Dasein als Monster in einem Zauberschloss erlöst werden, wenn er es schafft, dass sich eine Frau in ihn verliebt, bevor seine Rose das letzte Blatt verliert.

Das zirka zweistündige Musical zieht einen in den Bann. Es lebt dabei nicht nur von der entstehenden Liebesgeschichte, sondern auch von seiner magischen Musik, die mit zwei Oscars und fünf Grammys prämiert wurde – und seinen fantastischen Kostümen. Selten sind auf einer Musicalbühne so liebevoll hergestellte, bis ins kleinste Detail faszinierende, imposante und farbenfrohe Kostüme zu sehen. Seien es die wunderschönen Kleider von Belle, oder die mächtige Maske des Biestes, von allem kann man seinen Blick kaum abwenden.

Verzauberte, heimliche Stars

Doch es sind noch viel mehr die Kostüme der heimlichen Stars des Musicals, die begeistern. Jenes der kauzigen, verzauberten Stehuhr Herrn von Unruh. Jenes der liebevollen Teekanne Madame Pottine, die mit ihrem Söhnchen, der Tasse namens Tassilo, das ganze Publikum entzückt. Oder jenes des sprechenden, charmanten Kerzenständers Lumière, dessen Auftritte dem Stück unerwartet viel Witz verleihen und die Show der grossen Gefühle und wunderschönen Melodien abrundet.

«Die Schöne und das Biest» nimmt einen mit in vergangene Zeiten, in das Leben einer Kleinstadt im Elsass, wie es vor ein paar hundert Jahren alltäglich zu sein schien. Und genau in dieser Normalität ist es Belle, die die Zuschauer bezaubert. Es ist aber nicht nur die helle, klare Stimme von Belle-Darstellerin Kitti Jenes, die das Publikum berührt, sondern auch, dass sie in dieser normalen Welt eben so anders ist. Als Tochter eines Verrückten Erfinders kann sie nichts mit den anderen Dorfbewohnern anfangen – schon gar nicht mit dem Dorfschönling Gaston, der um ihre Gunst wirbt.

Als ihr verwirrter Vater eines Tages vom Biest gefangen wird, weil er verbotenerweise in das Zauberschloss eindringt, ist es Belle, die sich selbstlos opfert, um ihren Vater zu retten. Fortan lebt sie ohne Freiheit und Vater in den Fängen des Biestes.

Von diesem Zeitpunkt an dreht sich das Musical beinahe nur noch um das Leben im Zauberschloss. Und von da an versinkt der Zuschauer endgültig in der magischen Zauberwelt eines französischen Volksmärchens, in der Fantasie und Träumereien grossgeschrieben werden. Die schwebend leichten Choreografien von zu Tellern und Servietten gewordenen Menschen stehen im Gegensatz zum belastenden Leben des Biestes. Die Macher inszenieren die Geschichte mit fantastischen Effekten, Lichtspielen und wunderschön farbigen Bühnenbildern – die bis zum Ende immer schöner, prächtiger und opulenter werden und die schlussendlich in einer pompösen Hochzeitszeremonie ihr Highlight finden. Dass das Biest am Ende erlöst wird und die Liebe siegt, ist wohl kein grosses Geheimnis. Dass Bücher helfen, Belle zu verzaubern, schon ein bisschen mehr. Wobei, wie sagt Belle eingangs: Büchern tragen mich zur Romantik.

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