Schulharmonisierung
Die Basler OS hat fertig orientiert

250 Lehrer unterrichteten diese Woche zum letzten Mal an einer Basler Orientierungsschule. «Soweit wir es heute beurteilen können, hat der Übergang geklappt. Alle Stellen sind besetzt. Alle Lehrer haben Arbeit», so das Erziehungsdepartement.

Bigna Bornhauser
Drucken
Im Schulhaus Kaltbrunnen sind Umbauarbeiten im Gange.

Im Schulhaus Kaltbrunnen sind Umbauarbeiten im Gange.

Nicole Nars-Zimmer

Der letzte Schultag ist angebrochen. Die anhaltende Hitze macht die letzten Stunden nicht unbedingt angenehmer. Fraglich, wie viele Kinder heute wirklich noch in den Schulzimmern der Orientierungsschulen (OS) in Basel sitzen und sich nicht schon längst in der Badi vom Schuljahr erholen. Wie viele es auch immer sein mögen, es sind die Letzten. Denn mit dem Bündelitag morgen beginnen nicht nur die lange herbeigesehnten Sommerferien, es geht auch die «OS-Epoche» zu Ende.

Einheit im Schulsystem

Am 16. August werden 1331 Schüler des Kantons Basel-Stadt erstmals in eine sechste Primarklasse übertreten. Ein Jahr darauf dann in die Sekundarschule. Mit der Schulharmonisierung wird ein einheitliches Schulsystem angestrebt. Die Schüler werden künftig etwas früher eingeschult. Der Stichtag für die Einschulung wird schrittweise vom 30. April auf den 31. Juli verlegt. Nach zwei Jahren Kindergarten folgen neu sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Sekundarschule. Die Schüler werden anhand der Zeugnisse der sechsten Klasse in drei Leistungszüge eingeteilt. Auf die Sekundarstufe folgt die Berufsbildung respektive vier Jahre Gymnasium.

Umbesetzung

Nicht nur für die Schüler und deren Eltern, auch für die Lehrerinnen und Lehrer ändert sich einiges. «Bis heute arbeiten noch etwa 250 Lehrpersonen an der OS, die meisten allerdings nur noch mit einem Teilzeitpensum», sagt Simon Thiriet, Leiter Kommunikation Erziehungsdepartement Basel-Stadt.

Die restlichen Lehrer unterrichten bereits an einer Primar- oder Weiterbildungsschule. Die Umbesetzung der Lehrkräfte wurde mittlerweile abgeschlossen. «Soweit wir es heute beurteilen können, hat der Übergang geklappt. Alle Stellen sind besetzt. Alle haben Arbeit», sagt Thiriet. Umschulungen für Lehrer habe es keine gegeben, aber Weiterbildungsangebote für Facherweiterungen, Stufenwechsel, den Lernplan 21 und Schullaufbahnverordnungen, erklärt Thiriet.

Wechselt ein Lehrer die Schulstufe, bezieht er bis 2021 den jetzigen Lohn, es gibt einen Lohnklassenbesitzstand. Das heisst, dass sich die Lohnklasse trotz des Wechsels nicht verändert. Ab 2021 gilt dann der Frankenbesitzstand, der Lohn steigt mit zunehmenden Berufsjahren nicht weiter an, die Erfahrungsstufe wird nicht weiter erhöht.

Grössere Änderungen und somit auch weitere Probleme sieht Thiriet in den «nicht planbaren Dingen»: «Ein Lehrer muss sich teilweise auf ganz neue Situationen, neue Altersstufen, andere Fächer und Strukturen einstellen. Das sind Vorgänge, die Zeit brauchen und nicht von heute auf morgen klappen.»

10 neue Sekundarschulen

Ebenfalls noch nicht vollständig abgeschlossen sind die mit der Schulharmonisierung verbundenen Bauprojekte. «Es gibt an zahlreichen Standorten, wie dem Theobald Baerwart, dem Bäumlihof oder dem De Wette-Schulhaus Grossprojekte, die zum Teil mit dem neuen Schuljahr ihren Abschluss finden, zum Teil aber auch noch weiter andauern», sagt Thiriet.

Auch das OS Schulhaus Kaltbrunnen wird zurzeit umgebaut. Insgesamt eröffnen im August zehn Sekundarschulen.

Aktuelle Nachrichten