Offbeat

Die Basler Jazz-Saison ist eröffnet

Dee Dee Bridgewater am Offbeat Jazzfestival Basel

Dee Dee Bridgewater am Offbeat Jazzfestival Basel

Das Jeff Ballard Trio aus New York sorgte für einen kraftvollen Auftakt des Offbeat-Festivals.

Ein proppenvoller Jazzcampus Club wartete am Montag auf die drei Musiker aus New York. Dabei war das Improvisieren nicht nur während, sondern bereits vor dem Gig angesagt: In letzter Minute ging noch das Saxofon von Chris Cheek kaputt. Zum Glück hatte aber ein Student des Campus ein Instrument zur Hand, das er dem amerikanischen Musiker leihen konnte. Somit stand dem Jeff Ballard Trio nichts mehr im Weg, um mit herben Grooves die neue Saison des Offbeat-Jazzfestivals einzuläuten.

Elektronische Effekte

Der aus Benin stammende Gitarrist Lionel Loueke, welcher schon an der Seite von Grössen wie Herbie Hancock spielte, reicherte sein filigranes Saitenspiel mit allerlei elektronischen Effekten an. Zudem begleitete er das Handwerk bisweilen mit einem dezenten Falsett.

In die technische Trickkiste griff auch der Tenorsaxofonist Chris Cheek. Er verlieh dem Blasinstrument rauchige wie auch synthetisch-schräge Klangfarben, um sich auf ein quirliges Zusammenspiel mit Loueke einzulassen. Als stampfende Lokomotive legte dazu Jeff Ballard, der unter anderem als Schlagzeuger von Brad Mehldau bekannt ist, einen hitzigen und zugleich soliden rhythmischen Boden. Sein aktuelles Album «Time’s Tales» (dort allerdings mit dem Saxofonisten Miguel Zenon) war gewiss ein Orientierungspunkt.

Am Montagabend beschritten die drei Musiker mit ihren spielerischen Ideen auch eigene Wege: «Das war ein Blues von Eddie Harris – sowie ein kollektives Irgendetwas», kommentierte etwa Jeff Ballard mit trockenem Humor eines der Stücke. Be-Bop-Legende Charlie Parker kam kurz zu Ehren sowie «Blinded by Love» des Bluesgitarristen Johnny Winter, was alles in ein grooviges Gewand gesteckt wurde.

Später holte Ballard noch Guillermo Klein auf die Bühne. Der argentinische Komponist und Dozent am Jazzcampus begleitete das Trio zum Schuss am Klavier.

Mit dem energetischen Auftakt ist dem Offbeat-Jazzfestival der Saisonstart gelungen. Lange vor dem eigentlichen Festival im Frühling steht nun eine Konzertreihe an. Dabei wird das Offbeat erstmals mit «Klangbasel» zusammenspannen: Für den 25. September ist ein Auftritt der beiden Schweizer Klavier-Trios Rusconi und Vein im Union geplant. Der Jazz-Herbst geht im Oktober mit dem Souljazz-Sänger Gregory Porter weiter, später werden David Sanborn und Christian McBride zusammen auf der Bühne stehen. Über den Jazz-Tellerrand hinaus geht es mit dem weltbekannten Sänger Salif Keïta aus Mali und in der Martinskirche werden schwedische Weihnachten mit dem Posaunisten Nils Landgren angekündigt.

Wie Offbeat-Veranstalter Urs Blindenbacher versprach, wird die angebrochene Saison mehrere Schwerpunkte haben: Gitarren- und Pianovirtuosen sowie Begegnungen des Jazz mit Afrika, dem Nahen Osten und der klassischen Musik. Auch die alten Cracks werden nicht fehlen: Ein Solo-Bass-Konzert mit Dave Holland und der Pianist Chick Corea im Trio dürften zu den Höhepunkten gehören. Mit Rokia Traoré wird schliesslich im Mai eine weitere Stimme aus Mali den Schlusspunkt zum Festival setzen.

Vein und Rusconi bei Klangbasel: So, 25. 9., 19 und 21 Uhr, Union, Klybeckstr. 95, Basel. www.offbeat-concert.ch

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