Basel
Die Barfüsserkirche steht oben ohne da – der Hahn muss restauriert werden

Der Barfüsserkirche fehlt zur Zeit der Hahn auf ihrem kleinen Türmchen. Der sogenannte Dachreiter sei nicht mehr in optimalem Zustand und müsse darum restauriert werden. Der Betrieb des Museums wird nicht beeinträchtigt.

Nicolas Drechsler
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Bauarbeiten an der Barfüsserkirche.

Bauarbeiten an der Barfüsserkirche.

Matthias Zehnder

Der Barfüsserkirche fehlt derzeit ihr dekorativstes Stück. Es ist ein Kleines, aber eines, das die Silhouette der Kirche sichtlich verändert, wenn man sich ihr vom Theater oder vom Steinenberg her nähert.

Bei Dacharbeiten habe man festgestellt, dass der Dachreiter nicht mehr in optimalem Zustand sei, erklärt Bernhard Orschulko, Leiter des Gebäudeunterhalts beim Hochbauamt. Dachreiter, so nennt man ein auf das Dach aufgesetztes Türmchen, das – im Gegensatz zu einem Turm – kein eigenes Fundament hat. «Wir haben die Wetterfahne entfernt, um sie am Boden genauer in Augenschein zu nehmen, denn das geht nicht auf dem Dach.» Dabei sei man auf Schäden gestossen, die eine Restaurierung notwendig gemacht hätten. Gemäss Marc Keller, dem Sprecher des Bau- und Verkehrsdepartements habe man «Holzfäulnis an der Spitze des Dachreiters» diagnostiziert.

Wie lange die Reparatur dauern wird, ist nicht klar, es dürfte sich aber wohl um einige Wochen handeln. Auch Orschulko weiss nur, dass «die Instandsetzungsarbeiten jetzt laufen.» Gemäss Auskunft des Historischen Museums beinträchtigen die Arbeiten den Betrieb des Museums, das in der ehemaligen Klosterkirche zu Hause ist, in keiner Art und Weise.

Die Sünden der Reformation

Die spätgotische Barfüsserkirche, wurde ab 1298 vom Mönchsorden der Franziskaner erbaut. Von ihr ist vor allen Dingen der Chor, also der dem Barfüsserplatz abgewandte Teil heute erhalten.

Die bemalten Glasfenster wurden in den Wirren der Reformation 1529 während des Bildersturms zerstört, genau so wie ein grosser Teil des Inventars. Danach diente die Kirche erst als Warenlager und danach als Salzlager. Genau diese Zwischennutzung wirkt bis heute nach. Das Salz zerfrass die Bausubstanz dermassen, dass die Kirche im 19. Jahrhundert abgerissen werden sollte.

Der Grosse Rat beschloss aber 1882 mit knapper Mehrheit, sie stehen zu lassen. Die Kirche wurde darauf zum Museum umgebaut: Die Seitenschiffe verschwanden und das Dach bekam eine neue Gestalt. Das ist bis heute nicht nur am nun beschädigten Dachreiter, erkennbar, sondern auch daran, dass das Dachfenster an der Front zum Barfüsserplatz seitlich versetzt ist.

Die letzte grosse Restauration im Kampf gegen die Salzrückstände erfolgte zwischen 1975 und 1981. Damals erhielt das Museum sein heutiges Aussehen.

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