Basel
Das Rheinbad soll in die Breite wachsen

Der Verein Rheinbad Breite lässt offenbar eine Vergrösserung des geschichtsträchtigen Badhauses in Basel prüfen. «Die Idee existiert schon lange, derzeit wird sie detaillierter ausgearbeitet.»

Lukas Meili
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In den 1930er-Jahren war das Rheinbad Breite noch doppelt so gross. Männer und Frauen badeten damals geschlechtergetrennt.

In den 1930er-Jahren war das Rheinbad Breite noch doppelt so gross. Männer und Frauen badeten damals geschlechtergetrennt.

Staatsarchiv Basel

Erfrischend kühl ist ein Sprung in den Rhein bei den derzeitigen Temperaturen. Cool gibt sich indes auch der Präsident des Vereins Rheinbad Breite, Viktor Arnold. Gemäss Informationen der bz wird derzeit geprüft, ob und wie das Badhysli vergrössert werden kann. Darauf angesprochen, sagt Arnold nur: «Die Idee existiert schon lange, derzeit wird sie detaillierter ausgearbeitet. Spruchreif ist noch überhaupt nichts.»

Einen etwas detaillierteren Einblick in die Pläne liefert das Protokoll einer Mitgliederversammlung, das auf der Website des Vereins Rheinbad Breite zu finden ist. Demnach ist ein Architekturbüro mit der Ausarbeitung einer Projektskizze beauftragt worden. Eine mögliche Idee, die dabei genannt wird: Der aktuelle Bau soll gespiegelt und somit auf die doppelte Fläche vergrössert werden. Dabei soll, wie es im Protokoll weiter heisst, der Fokus weiterhin auf dem Badebetrieb liegen und sich nicht zugunsten des Gastrobetriebes verschieben.

Drei Mal fast gestorben

Dass sich etwas tut im altehrwürdigen Rheinbad, bestätigt auch die Basler Allmendverwaltung. «Der Verein hat eine Projektidee an die Verwaltung herangetragen», sagt Leiter Niklaus Hofmann auf Anfrage der bz. Allerdings bestätigt auch Hofmann den Eindruck, dass sich das Projekt erst in einer sehr frühen Phase befindet. Derzeit sei nämlich noch kein Gesuch in der Allmendverwaltung hängig. Sollte ein solches gestellt werden, sieht Hofmann mögliche Hürden im «Nutzungszweck», der im Uferbereich relativ eng definiert sei. «Die Badehäuschen sind zu einer Zeit entstanden, als man nur dort badete.» Nun müsse man anschauen, welchen Zweck das Rheinbad heute erfülle.

Mit einer Verdoppelung der Nutzfläche hätte das Rheinbad wieder die Abmessungen, die es bei seiner Eröffnung im Jahr 1898 aufgewiesen hatte. 150 000 Franken hatte der Bau damals gekostet – und hatte völlig anders ausgesehen: Zwei Schwimmbecken mit verstellbarem Boden, eines für Schwimmer, das andere für Nichtschwimmer, waren von einem Zaun umgeben. Männer und Frauen badeten damals nach Geschlechtern getrennt.

Im Quartier freut man sich

Seitdem ist viel Wasser den Rhein hinuntergeflossen – und vieles passiert. 1973 hätte der Kanton das Rheinbad wegen sinkenden Besucherzahlen und «besorgniserregendem baulichem Zustand» abreissen wollen, wie es auf der Website des Rheinbads heisst. Dies konnte durch den neuen Verein Rheinbad Breite verhindert werden. Auch 1986 und 1991 drohte der Abriss – was durch Engagements aus der Bevölkerung und private Spenden abgewandt werden konnte: Neben der Basler Sophie-und-Karl-Binding-Stiftung stieg etwa auch die Christoph Merian Stiftung mit ins Boot. Doch für das Badhysli standen Veränderungen an: Es wurde saniert, seine Grösse wurde halbiert, das Restaurant «Veronica» eröffnet.

Stephan Fluri vom Quartierverein Breite-Lehenmatt scheint von den Erweiterungsplänen indes schon jetzt sehr angetan. «Wenn man einen Ort mit einer solch bewegten Geschichte aufrechterhalten und sogar in seinen Ursprungszustand zurückversetzen kann, dann finde ich das phänomenal.» Der Quartierverein stehe der Idee positiv gegenüber – schliesslich werde das Schwimmen im Rhein immer beliebter. «Vor einigen Jahrzehnten war man als Rheinschwimmer allein auf weiter Flur. Heute schwimmt man fast schon in einer Masse», sagt Fluri.

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