Vorfasnacht
Das Pfyfferli wahrt die Balance zwischen happig und ernst

Caroline Rasser stellte am Donnerstag vor den Medien die Ausgabe 2016 des «Pfyfferli» vor. Wegen des Weltgeschehens wird es allerdings nicht nur lustig.

Muriel Mercier
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Ein «Rahmestiggli» vom diesjährigen Pfyfferli. (Archiv)

Ein «Rahmestiggli» vom diesjährigen Pfyfferli. (Archiv)

Mimmo Muscio Basel

Wenn sich am 8. Januar die Kellertür ins Fauteuil öffnet, ist von der ersten Sekunde an klar: Heute abend beginnt die Basler Fasnacht. Das Pfyfferli 2016 eröffnet mit einem lauten Tambourenschlag. Ein Piccolospieler und ein Tambour steigen die steile Treppe hinunter, laufen auf die Bühne, im Schlepptau haben sie das Pfyfferli-Ensemble. «Loosed zue was z’Basel goht», darum dreht sich der Prolog. Er ist politisch, kritisch, satirisch. Und wird – erstaunlich – von allen Schauspielern gesungen. Wofür brauche es den Morin Guy, Wessels Hampe sei das Hauptsujet, FCB-Fischer und Theater-Beck haben es in Basel nicht einfach. Es sei ein Witz, was hier in Basel laufe, ist die Pointe der ersten Szene.

Das Bijou der Basler Fasnacht steigt mit einem ernsten Thema ein und zieht diese Schiene durch die ganze Veranstaltung. «Die Welt wurde in diesem Jahr auf den Kopf gestellt, und zwar happig», erklärt Pfyfferli-Produzentin Caroline Rasser. So sei von Anfang an klar gewesen, dass die kommende Ausgabe politischer, ernster und satirischer werde. Doch dann wurde die ganze Angelegenheit noch heftiger: Angefangen hat das Pfyfferli-Ensemble mit seinen Proben am 10. November. Und drei Tage später passierte der Terroranschlag in Paris. «Wir wollten diese Tat nicht unter den Teppich kehren und haben die Rahmenstücke angepasst», führt Rasser aus.

Leichte Szenen lockern auf

Sie gibt vor den Medien zu, dass ihre Ausführungen für eine Vorfasnachtsveranstaltung furchtbar schwer klingen. Es solle natürlich gelacht werden. «Aber es war tatsächlich schwierig eine Balance zu finden zwischen Tiefgründigkeit und Witz.» So folgen nun auf happige Szenen leichte, witzige. Nach dem Prolog thematisieren die Schauspieler Charlotte Heinimann, Salomé Jantz, Myriam Wittlin, Roland Herrmann, Urs Bihler und David Bröckelmann Basel als Velostadt. In ihren Händen halten sie einen Velolenker und haben sich zu ihrem Lied eine originelle Choreografie einfallen lassen. Wieder kommen Morin und Wessels dran.

Die Gesangseinlagen spielen im Fasnachts-Bijou 2016 eine grosse Rolle. «Dass die Schauspieler singen können war dieses Jahr ein Auswahlkriterium», sagt Caroline Rasser. Eine Auflage, die für Parodist David Bröckelmann, der zum zweiten Mal mitspielt, kein Problem ist. «Ich singe, seit ich klein bin. Und Parodien werden auf ihre Art auch gesungen.» Das diesjährige ernstere Pfyfferli sei am Anfang gewöhnungsbedürftig gewesen, vor allem nach der «Revueshow vom letzten Jahr. Aber ich liebe Herausforderungen.»

Caroline Rasser setzt aus

Caroline Rasser gehört dieses Mal nicht zum Ensemble, sondern stemmt mit drei Kollegen die Dramaturgie und Regie. Und zwar aus dem einfachen Grund. «Ich möchte das Pfyfferli einfach wieder mal aus den Publikumsrängen sehen, als Ganzes spüren.»

8. Januar bis 14. Februar Die 49 Vorführungen sind bereits ausverkauft.

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