Zoo Basel

Das Ozeanium kommt – aber es wird teurer und später

Am Montag wurde das Vorprojekt des Ozeaniums vorgestellt – mit entscheidenden Änderungen. Der Zolli Basel präsentierte ein wesentlich teureres Projekt, welches auch erst später in Betrieb genommen werden kann.

«Die Heuwaage wird dramatisch verändert, in schöner Art. Die Klippe wird aus dem Boden herausragen», erklärt Thomas Jermann. Die Klippe gehört zum geplanten Ozeanium des Zolli Basel, das den Namen «Seacliff» - zu deutsch Klippe - tragen soll. Jermann, Leiter des Millionen-Projekts, präsentierte am Montag zusammen mit diversen Zolli-Vertretern den Medien das Vorprojekt des Neubaus.

Im Dezember 2012 trat der Zolli erstmals mit dem Projekt an die Öffentlichkeit, am Montag wurden das Konzept und der «Bildungsauftrag», der laut Präsident Olivier Pagan eine der Kernaufgaben des Zollis ist, erläutert. Basel wisse nicht viel über den Ozean, obwohl die Stadt mit dem Lachs ein Meerestier hat.

Die heimische Tierart soll auch den Beginn des 900 Meter langen, zwei Stunden dauernden spiralförmigen Rundgangs durch das Ozeanium bilden. Von Basel ausgehend und entlang der Meeresströmungen rund um die Weltmeere wird der Besucher durch 30 Stationen surfen, die für 30 verschiedene Themen stehen und auf 30 Aquarien verteilt sind.

Neben der Geschichte des Lachs gehören die Probleme des Mittelmeeres, die Schwarmfische, die Räuber des Meeres und die Gezeitenströmungen zu den zentralen Themen des Ozeaniums. Eines der Highlights in dem von den Zürcher Boltshauser Architekten designten Neubau wird ein knapp neun Meter hohes Becken sein, welches sich vollumfänglich dem Thema «Offener Ozean» verschreibt.

Nachhaltigkeit von Interesse

Neben diesen Themen wird vor allem die Nachhaltigkeit in den Fokus gerückt. Die ökonomische Nachhaltigkeit in Form der Langlebigkeit des Gebäudes, die soziale Nachhaltigkeit und nicht zuletzt die nachhaltige Entwicklung des Zolli, die laut Pagan «zwingend nötig» ist. Notwendig sei die Umsetzung auch, weil «die Zeit reif für ein Ozeanium ist, und wenn wir es nicht machen, macht es jemand anderes», so Pagan.

Ozeanium: Tierschützer sind dagegen, der Zollidirektor dafür

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2018 soll der 36 Monate dauernde Bau des Ozeaniums beginnen. Damit verschiebt sich die Eröffnung auf Ende 2020 oder Anfang 2021, nicht wie vor zwei Jahren kommuniziert auf 2019, «wenn alles glatt läuft». Glatt laufen muss auch die Finanzierung. Am Montag war nicht mehr von den ursprünglichen 80 Millionen, sondern von einem Investitionsvolumen von 100 Millionen Franken die Rede. «Die Finanzierung muss bis zum Baubeginn gesichert sein, sonst fangen wir nicht an», sagt Lukas Stutz vom Verwaltungsrat.

Vom benötigten Betrag sind zum jetzigen Zeitpunkt erst zehn Millionen vorhanden. Machbar ist die Finanzierung aber durchaus. Dabei greift der Zolli auf die bewährten Finanzierungs-Methoden zurück: Gelder aus Stiftungen und von Spendern. «Wir werden die Mittelbeschaffung 2015 angehen», lässt Jean-Nicolas Fahrenberg, zuständig für die Finanzen, wissen. Er betont, dass das Ozeanium nach Inbetriebnahme selbsttragend sein werde. «Wir rechnen mit Betriebskosten, die sich auf zehn Prozent der Baukosten, also neun bis zehn Millionen pro Jahr, belaufen.»

Mit geschätzten 600'000 bis 700'000 Besuchern jährlich und einem Eintrittspreis von 20 Euro pro Person sei die Finanzierung gesichert. Auf staatliche Unterstützung wird verzichtet.

Neben der finanziellen Hürde hat der Zolli aber noch eine weitere vor sich: Mitte 2015 wird die Vorlage des Bebauungsplans und der Infrastrukturmassnahmen dem Grossen Rat vorgelegt. Bei der Bewilligung und den nötigen finanziellen Ressourcen wird sich entscheiden, ob das Projekt doch noch über die Klippe springen muss.

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