Coronavirus
Basel wappnet sich für den Herbst: Contact-Tracing-Team soll möglicherweise ausgebaut werden

Die Meldung über neue Ansteckungsherde schreckt die Stadt Basel aus dem trügerischen Sommertraum auf. Bei den Gesundheitsbehörden hingegen sind die neuesten Corona-Fälle und Verstösse gegen Vorschriften eher die Bestätigung für die bislang gefahrene Strategie des vorsichtigen Zuwartens.

Patrick Marcolli
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Contact Tracer bei der Arbeit im Contact Tracing Zentrum des Gesundheitsdepartements Kanton Basel-Stadt.

Contact Tracer bei der Arbeit im Contact Tracing Zentrum des Gesundheitsdepartements Kanton Basel-Stadt.

Archivbild: Keystone

Wie Anne Tschudin, Sprecherin des Basler Gesundheitsdepartements auf Anfrage dieser Zeitung sagt, seien die aktuellen Vorfälle «Warnung genug», dass man punkto Corona weiterhin sehr vorsichtig handeln müsse. Ein Monat sei seit den letzten Lockerungen mittlerweile vergangen und nun zeigten sich die ersten neuen Tendenzen. Der Kanton Basel-Stadt hat jedenfalls seine Kapazitäten beim Contact-Tracing zwischenzeitlich trotz äusserst niedrigen Ansteckungswerten nicht heruntergefahren: Das Team sei «weiterhin voll ausgebaut und funktionsfähig».

Man habe es, siehe den neuesten Fall in der Steinenvorstadt, «aus gutem Grund» nicht verkleinert. Aktuell sind 35 Personen mit insgesamt 2750 Stellenprozent im Contact Tracing-Team angestellt. «Zusätzlich sind im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KID) weitere Personen für das Contact Tracing in Schulen und Kindertagesstätten tätig», sagt Tschudin.

Ungeeignete Bewerbungen

Die baselstädtischen Behörden blicken dem Herbst mit gemischten Gefühlen entgegen. Im Blick haben sie insbesondere den Wiederbeginn des Schulunterrichts nach den Sommerferien. «Die Personalmittel werden jeweils der epidemiologischen Lage angepasst», sagt Anne Tschudin, «wobei jeweils darauf geachtet wird, dass eine ausreichende Reserve vorhanden ist, um auch grössere Ausbrüche oder ein rasches Ansteigen der Fallzahlen bewältigen zu können.» Für den Herbst würden wir die Ressourcen voraussichtlich zusätzlich vergrössern, um bei einem weiteren eventuellen Anstieg der Fallzahlen gerüstet zu sein.

Auf der Personalseite scheint die Rekrutierung für den Kanton nicht immer ganz einfach. Die 80- bis 100-Prozent-Stelle «Arzt / Ärztin als operative/n Leiter/in Contact Tracing» in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen jedenfalls ist schon länger ausgeschrieben. Es mangle an geeigneten Bewerbungen, sagt Departementssprecherin Tschudin dazu. «Die Aufgaben werden aktuell von fest im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst angestellten Schulärztinnen übernommen, solange die Stelle nicht besetzt werden kann, sodass dadurch beim Contact Tracing kein Engpass entsteht.»