Coronalockerungen
Uni und FHNW führen ab 26. April den Präsenzunterricht wieder ein

Die Hochschulen kehren zumindest ein bisschen in die alte Normalität zurück. Wegen der 50-Personen-Regel wird aber nur ein Teil der Vorlesungen und Seminare wieder vor Ort abgehalten. Zudem müssen diese weiterhin auch online übertragen werden.

Hans-Martin Jermann
Merken
Drucken
Teilen
Bereits am 19. April öffnet das Kollegiengebäude wieder. Der Liveunterricht startet dann eine Woche später.

Bereits am 19. April öffnet das Kollegiengebäude wieder. Der Liveunterricht startet dann eine Woche später.

Nicole Nars-Zimmer

An den Hochschulen dürfen gemäss Bundesratsentscheid vom Mittwoch ab kommendem Montag, 19. April wieder Lehrveranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmenden durchgeführt werden. Die Universität Basel und die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) mit ihren insgesamt 25'000 Studierenden führen daher ab dem 26. April teilweise wieder den Präsenzunterricht ein, wie beide Hochschulen auf Anfrage mitteilen. Bereits am kommenden Montag öffnet die Uni Basel zudem die Lernräume im Kollegiengebäude am Petersplatz. An der FHNW sind Bibliotheken und Arbeitsplätze auf dem Campus erst ab dem 26. April wieder zugänglich.

Für Vorlesungen und Seminare vor Ort gelten etliche Regeln und Rahmenbedingungen: Neben der erwähnten 50-Personen-Regel, der Masken- und Abstandspflicht sowie einer Kapazitätsbegrenzung auf einen Drittel der Räumlichkeit muss zwingend auch eine digitale Variante angeboten werden. Das kann eine Liveübertragung oder eine Aufzeichnung sein. Ausschliesslich Präsenzunterricht gibt es nicht. Damit soll gewährleistet werden, dass auch Studierende, die sich in Quarantäne befinden oder zu einer Risikogruppe gehören, an einer Vorlesung teilnehmen können. Eine Ausnahme ist möglich, sofern sich ‒ etwa in einem Seminar mit geringer Teilnehmerzahl ‒ alle auf den Unterricht vor Ort einigen können.

500 der 2'200 Veranstaltungen könnten zurück in den Präsenzunterricht

Präsenzunterricht ist zudem nur möglich, wenn im Vorlesungsverzeichnis dazu bereits ein Raum eingetragen ist. Veranstaltungen, die fürs Semester als online angekündigt wurden, bleiben online. Zudem können die Dozierenden entscheiden, ihren Unterricht online weiterzuführen, auch wenn dieser zunächst als Präsenzveranstaltung angekündigt wurde. Laut Uni-Sprecher Matthias Geering hätten von den insgesamt 2'200 Veranstaltungen in diesem Semester rund 500 eine geringere Teilnehmerzahl als 50. Rund ein Viertel aller Vorlesungen und Seminare könnte demnach ab dem 26. April zurück in den Livemodus.

Die Universität Basel orientierte ihre Studierenden und Dozierenden bereits am Mittwochabend, also wenige Stunden nach dem Bundesratsentscheid. Man sei zwar etwas überrascht gewesen, dass der Bundesrat bereits jetzt Lehrveranstaltungen mit bis zu 50 Personen freigegeben habe, räumt Geering ein. Die Uni hatte aber bereits vor Wochen ein fast fertiges Konzept für den Zeitpunkt der Lockerungen erarbeitet.

Der zeitliche Vorlauf von rund zehn Tagen bis zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts sei nötig, sagt Geering. Die Studierenden hätten dies gewünscht, da sich viele nach Monaten im Heimstudium neu organisieren müssten. Doch auch die Uni selbst benötigt Zeit, um den Betrieb wieder hochzufahren und etwa die Reinigung der Hörsäle zu organisieren.

Studierende im ersten Jahr haben an der FHNW Priorität

An der FHNW werden Studierende und Mitarbeitende am Freitag über das detaillierte Schutzkonzept orientiert. Die einzelnen Hochschulen entscheiden, welche Präsenzveranstaltungen unter Berücksichtigung von Teilnehmendenzahl, Raumauslastung und Bedürfnissen der Studierenden wieder vor Ort durchgeführt werden können. Priorität haben dabei Veranstaltungen für Studierende im ersten Studienjahr, hält die FHNW auf Anfrage fest. Für Mitarbeitende gelte demgegenüber weiterhin eine Homeofficepflicht, wobei Ausnahmen möglich seien.