Forderung
Breite Front für neues Hallenbad: Alle Basler Parteien unterstützen den Vorstoss

«Es ist unbestritten, dass Basel-Stadt ein neues Hallenbad braucht.» Diese Worte schreibt LDP-Grossrat Alex Ebi in seinem neuesten Vorstoss. Und 48 Grossrätinnen und Grossräte haben die Motion mitunterzeichnet – von SVP über GLP bis zum Grünen Bündnis.

Silvana Schreier
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Alex Ebi fordert ein neues Hallenbad für Basel. (Symbolbild)

Alex Ebi fordert ein neues Hallenbad für Basel. (Symbolbild)

zvg / Dave Joss

Ebis Forderung ist simpel: Der Kanton Basel-Stadt braucht ein Hallenbad mit einem 50-Meter-Schwimmbecken und eine Publikumssporthalle für mehr als 2000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Ebi schreibt: «Für die vielen Hobby- und Sportschwimmer gibt es zu wenige Hallenbadkapazitäten. Dieser Missstand ist zu beheben – nicht irgendwann, sondern so schnell als möglich.»

Tatsächlich ist die Hallenbadproblematik schon seit Jahren Gesprächsstoff in Basel-Stadt. Bereits im Dezember 1988 wollten mehrere Grossräte mittels Anzug von der Regierung wissen, ob der Bau eines 50-Meter-Schwimmbeckens in einem Hallenbad geplant sei.

Regierung realisierte Ballonhalle beim Eglisee

2012 reichte SVP-Grossrat Patrick Hafner einen Anzug ein, der das Manko an gedeckten Bädern in Basel benannte. Er fragte, welche Massnahme die Regierung zu ergreifen denke, um die Auslastung der Schulhallenbäder zu verstärken. In einem ersten Schritt könnte die Veränderung nämlich ohne Neubau erreicht werden. Der Regierungsrat antwortete, die Bäder würden jeweils gut ausgelastet. Gleichzeitig prüfe das Bau- und Verkehrsdepartement, ob die Abwärme der Kunsteisbahn Eglisee dazu genutzt werden könnte, eine Ballonhalle mit 50-Meter-Becken zu beheizen. Seit 2017 gibt es diese Möglichkeit für die Schwimmerinnen und Schwimmer – jedoch nur im Winter.

Im Februar 2020 reichte Tim Cuénod eine Interpellation zur Gesamtsanierung des Hallenbads Rialto ein. Es ist das einzige ganzjährig öffentlich zugängliche Bad der Stadt. Der SP-Grossrat wollte wissen, warum sich die Sanierung des Rialtos um zwei Jahre verzögert und ob es während der durch die Arbeiten bedingten Schliessung eine Alternative gebe. Der Regierungsrat antwortete, man werde ein Schulhallenbad für diese Zeit öffnen und die Öffnungszeiten des Hallenbads Eglisee verlängern. Nach dem Umbau verfüge das Rialto ausserdem über ein zusätzliches Lernschwimmbecken. Baustart soll 2021 sein.

Für LDP-Politiker Ebi sind die Antworten der Regierung nicht konkret genug. Es solle nun endlich vorwärtsgehen, meint er in seinem Vorstoss. Er fordert den Regierungsrat auf, dem Grossen Rat innert zweier Jahre die entsprechenden Pläne für ein 50-Meter-Schwimmbecken vorzulegen.

Mehr Publikum für Hallensportarten

Dazu kommt der Wunsch nach einer neuen Publikumssporthalle: Ebi, der den Handballverein RTV Basel bis im Sommer präsidiert hat, sagt, der Kanton habe noch nie ein Zeichen für den Sport gesetzt. Einzig der FC Basel stehe im Rampenlicht. «Wir jammern seit Jahrzehnten», so Alex Ebi. Die neue Halle sei nötig, damit die Mannschaften der Hallensportarten vor einem grösseren Publikum antreten könnten. Eine Zuschauerkapazität von 2000 bis 4000 Personen sollte die neue Halle aufweisen.