Basler Medien

Blocher, Somm und Bollmann teilen sich «Basler Zeitung» untereinander auf

Die «Basler Zeitung» hat drei neue und doch altbekannte Eigentümer. (Archiv)

Die «Basler Zeitung» hat drei neue und doch altbekannte Eigentümer. (Archiv)

Die «Basler Zeitung» hat ab sofort eine Eigentümer-Troika. Die drei neuen Besitzer haben auch alle anderen wichtigen Posten bei dem Blatt inne. Kaufpreis oder andere Zahlen wurden nicht bekannt gegeben.

Ihnen gehören neu je ein Drittel der «Basler Zeitung»: Chefredaktor und Verleger Markus Somm, CEO und Verwaltungsratspräsident Rolf Bollmann sowie alt Bundesrat und SVP-Doyen Christoph Blocher. Das steht in einer Medienmitteilung, die die Zeitung am Montag verschickte. Kaufpreise oder andere Zahlen wurden nicht bekannt gegeben.

Die neuen Eigentümer sind seit längerer Zeit die drei einflussreichen Männer bei der «BaZ». Erst im April wurde bekannt gegeben, dass Chefredaktor Markus Somm auch Verleger bei der Zeitung wird. Damit trägt der Blocher-Biograf – der 2010 von der Weltwoche zur «BaZ» wechselte – nicht nur die inhaltliche Verantwortung des Blattes, sondern regelt auch dessen Vertrieb und Herstellung. Im April wurde zudem der Verwaltungsrat auf drei Personen verkleinert. Einsitz haben auch hier Somm, Bollmann und Blocher.

Vor erstem Arbeitstag gekündet

Rolf Bollmann ist seit 2012 CEO bei der «BaZ». Er wird dieses Amt noch bis Ende Jahr inne haben, danach wird es nicht mehr besetzt. In den vergangenen zweieinhalb Jahren hat Bollmann den Konzern massgeblich umgebaut und verkleinert. Dazu gehört die Schliessung der Druckerei Anfang 2013. Letzten Februar bezeichnete Bollmann auf der Medienplattform «medienwoche.ch» den Umbau bei der «BaZ» als abgeschlossen.

Vor Kurzem geriet der Zürcher in der «Süddeutschen Zeitung» in die Schlagzeilen. Bollmann war ab August als Verlagsführer der deutschen Funke-Mediengruppe vorgesehen und sollte dort die Westdeutsche Allgemeine Zeitung sanieren. Sein Engagement bei der «BaZ» soll aber Widerstand bei den Gesellschaftern des sozialdemokratisch ausgerichteten Blattes provoziert haben. Er soll noch vor Stellenantritt die Kündigung erhalten haben. Bollmann sagt, er habe sich aus familiären Gründen selbst zurückgezogen.

Der 66-Jährige wird der «BaZ» als Verwaltungsratspräsident und nun auch als Mitbesitzer erhalten bleiben. 

Alte Besitzer kriegen noch Geld

Christoph Blocher wiederum erhöht laut der Mitteilung sein Aktienpaket auf einen Drittel. Bisher gehörten ihm offiziell 20 Prozent der «BaZ», die er vor einem Jahr für rund 300'000 Franken übernommen hatte.

Allerdings ist die «BaZ» schon sehr viel länger auf Blochers Geld angewiesen. So übernahm Blocher die Immobilien der «BaZ», die für die Verschuldung des Konzerns mitverantwortlich waren. Seither ist die Redaktion bei Blocher eingemietet. Auch sanierte er die unterdeckte Pensionskasse der Zeitung aus dem eigenen Sack.

Die Medienvielfalt Holding, die 2011 gegründet wurde und bisher die Mehrheit an der «Basler Zeitung» hielt, wird der Zeitung über «ein Darlehen verbunden bleiben», wie es heisst. Dieses soll das Blatt zurückzahlen, wenn die «finanzielle Konsolidierung» abgeschlossen sei.

In der Branche wird seit längerem gemutmasst, dass bei der «BaZ» das sogenannte «Weltwoche-Modell» zum Tragen kommen könnte. Beim Zürcher Wochenblatt übernahm Chefredaktor Roger Köppel die Aktienmehrheit. Ein Schritt in diese Richtung wurde bei der «BaZ» jetzt jedenfalls getan.

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