Picasso-Ausstellung

Blinde können mit Dolmetscher die Werke im Kunstmuseum erleben

Nach der Van-Gogh-Ausstellung gibt es im Basler Kunstmuseum auch in der Picasso-Ausstellung Führungen für Blinde. Herausgesucht werden einzelne Werke, die sich am besten für die spezielle Führung eignen.

Christian Jamin führt seine Gruppe in den ersten Raum, zum Bild „Zwei Brüder". Es ist ein spezielles Grüppchen: alles Blinde. Kunsthistoriker Jamin hat Blinde und Sehbehinderte bereits durch die Van-Gogh-Ausstellung, die Warhol-Ausstellung und durch die letztjährigen Art Unlimited geführt, jetzt können sie auch die Picasso Kunstwerke erleben.

Natürlich dürfen die Gemälde nicht berührt werden. Darum muss Jamin das Bild übersetzen. Das geschieht durch sehr detaillierte Beschreibungen der Farben, Formen, Grösse und Machart des Bildes. Häufig lässt Jamin auch die Biographie des Malers miteinfliessen um das Gemälde besser zu verstehen.

Führung für Blinde im Kunstmuseum Basel

Führung für Blinde im Kunstmuseum Basel

Eine andere Variante ist, dass sich Jamin hinsetzt, wie es der „Sitzende Harlekin" tut. Die blinden Menschen können dann die Position ertasten, in dem sie die Schulter und den Kopf berühren. So können sie sich die Komposition nachempfinden. Oder der Guide führt die Pinselstriche des Malers mit der Hand des Sehbehinderten nach.

Zudem konnte Jamin eine Bronze-Kopie vom "Pavianweibchen mit Kind" erstehen, die als Höhepunkt der Führung von den Sehbehinderten betastet und damit haptisch erfasst werden darf.

Die Führungen für Blinde und Sehbehinderte sind nur bei grossen Ausstellungen möglich. „Nur da lohnt sich der grosse Aufwand", sagt Jamin.

Die Führungen werden nicht regelmässig angeboten. Je nach Anfrage kommt dann jeweils etwa zwei bis dreimal pro Monat eine zustande.

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