Südschwarzwald
Betrunkener Autofahrer wollte Polizisten mit Milch bestechen

Ein 46 Jahre alter südbadischer Bauer soll mit 2,81 Promille Auto gefahren sein und zwei Polizisten angeboten haben, sie lebenslang mit Milch von seinem Hof zu versorgen, wenn sie den Vorfall vergessen. Nun kam er vor Gericht, wie die «Badische Zeitung» berichtete.

Peter Schenk
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Lebenslang gratis Milch? Die Polizei nahm das verlockende Angebot nicht an.

Lebenslang gratis Milch? Die Polizei nahm das verlockende Angebot nicht an.

Keystone

Es dürfte einer der originellsten Formen der versuchten Beamtenbestechung sein. Wie die «Badische Zeitung» berichtete, musste sich ein 46 Jahre alter Landwirt vor dem Amtsgericht St. Blasien im Hochschwarzwald verantworten. Er soll zwei Polizisten angeboten haben, sie lebenslang mit Milch von seinem Hof zu versorgen, wenn sie den Vorfall vergessen.

Der genaue Hergang konnte vor Gericht noch nicht geklärt werden, da sich bereits vernommene Zeugen in Widersprüchen verwickelten. Die Polizei war ins Haus des Angeklagten gerufen worden, weil ein Nachbar sie wegen eines Streits angerufen hatte. Die Polizisten trafen vor Ort allerdings nur die Partnerin des Angeklagten an. Er kam ihnen stark alkoholisiert entgegen, als sie mit der Frau das Haus verliessen. Auf dem Gelände stand ein Fahrzeug mit noch warmem Motor, das beim Eintreffen der Polizei noch nicht da war.

Da die Polizisten den Mann verdächtigten, das Auto gefahren zu haben, brachten sie ihn ins Krankenhaus nach Waldshut am Hochrhein. Dort wurden 2,81 Promille festgestellt. Auf dem Weg ins Spital und auf dem Rückweg bestritt der Landwirt immer wieder, selber gefahren zu sein. Es sei die Mutter seiner Freundin gewesen. Laut den beiden Polizisten habe er auf der Fahrt aber auch immer wieder gesagt, er sei nur 500 Meter gefahren. Daran, dass er die Beamten mit Milch bestechen wollte, konnte sich der Angeklagte vor Gericht nicht mehr erinnern. Er sei viel zu betrunken gewesen.

Weil sich die Freundin des Mannes und ihre Mutter vor Gericht widersprüchlich äusserten wird das Verfahren Anfang Dezember mit einem weiteren Zeugen und einen Rechtsmediziner wieder aufgenommen.

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