Coronavirus
Basler Volksschule nimmt Betrieb mit regulärem Stundenplan auf

Das Basler Erziehungsdepartement hat entschieden, wie es die vom Bundesrat verfügte Wiederaufnahme des obligatorischen Schulbetriebs am 11. Mai umsetzen möchte. Wärend einige Kantone die Schulhäuser gestaffelt öffnen möchten, setzt Basel-Stadt auf den gemeinsamen Vollstart für alle Schulkinder.

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Der Betrieb der Volksschulen wird jetzt geplant und bald wieder aufgenommen. (Themenbild)

Der Betrieb der Volksschulen wird jetzt geplant und bald wieder aufgenommen. (Themenbild)

Sandra Ardizzone

Der Unterricht im Kindergarten, in der Primar- und Sekundarschule findet für Schülerinnen und Schüler ab dem 11. Mai gemäss den üblichen Unterrichtszeiten und dem regulären Stundenplan in ihren Klassen statt, wie der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) am Donnerstag an einer Online-Medienkonferenz sagte. «Wir wollen so viel Normalität wie möglich für die Schülerinnen und Schüler - aber nur dort, wo Normalität auch gesundheitlich vertretbar ist», so Cramer.

Die Schutzmassnahmen zur Wiederaufnahme des Unterrichts richten sich nach den Vorgaben des Bundesamt für Gesundheit (BAG). Demnach sind die Abstandregeln von zwei Metern zwischen Lehr- und Fachpersonen und den Schülern möglichst einzuhalten.

Zwischen Schülerinnen und Schülern hingegen sei dies nicht nötig, sagte Dieter Baur, Leiter Volksschulen. Zudem werde an den Schulen weiterhin «streng» auf die Hygieneregeln geachtet. So soll die im März vom Kanton Basel-Stadt lancierte Kampagne #SeifenBoss wieder grosse Bedeutung im Alltag der Kinder erhalten. Die Schulhäuser sollen täglich gereinigt werden - heikle Stellen wie Türklinken mehrmals am Tag.

Elternabende, Informationsveranstaltungen, freiwillige Angebote der Schule wie Lager finden bis auf Weiteres nicht statt. Hingegen sind individuelle Elterngespräche nach wie vor möglich.

Keine Aufteilung der Klassen

Baur betone, dass nur gesunde Kinder den Unterricht besuchen dürften: «Stellen wir im Verlaufe des Tages fest, dass sich der gesundheitliche Zustand eines Kindes verschlechtert, schicken wir es ziemlich schnell wieder nach Hause.»

Wie viele Lehrpersonen ab dem 11. Mai fehlen werden, weil sie selber zur Risikogruppe gehören, lässt sich laut Baur nicht voraussagen. Er geht aber davon aus, dass es nicht viele sein werden.

Der Kanton Basel-Stadt fährt seinen Schulbetrieb in der Volksschule anders als der Kanton Zürich nicht schrittweise wieder hoch. Der Regierungsrat des Kantons Zürich hatte am Donnerstag bekanntgegeben, den Präsenzunterricht am 11. Mai mit reduzierten Stundenplan und Klassen mit höchstens 15 Schülern wieder aufzunehmen. Auch macht der Stadtkanton keine Differenzierung zwischen Schülern ab 10 Jahren und jüngeren Kindern, die gemäss dem BAG kaum infiziert sind.

Man habe in Absprache mit dem Gesundheitsdepartement entschieden, auf eine Differenzierung der Kinder bei der Volksschule zu verzichten und somit auch in der Sekundarschule mit dem regulären Betrieb anzufangen, sagte Cramer. Die Erfahrung zeige, dass ältere Schüler die Abstandsregelung ohnehin natürlicher einhalten würden als beispielsweise Kindergartenkinder.

Kitas: Kinder neu im Eingangsbereich abgeben

Ebenfalls öffnen am 11. Mai die Kindertagesstätten in Basel-Stadt wieder. Die Eltern können, sofern sie wollen, die Kinder zu den gewohnten Zeiten in die Kita bringen.

Wie Thomas Mächler, Leiter Jugend, Familien und Sport sagte, gelten in den Kindertagesstätten keine Distanzvorschriften zwischen Kindern und Betreuungspersonen - aber zwischen Erwachsenen und Betreuungspersonen. Neu müssen die Eltern ihre Kinder bereits im Eingangsbereich übergeben - ein Betreten der Kita ist nicht mehr erlaubt. Die Gruppengrösse in den Kitas bleibt weiterhin begrenzt.

Das Erziehungsdepartement Basel-Stadt begrüsst laut Ulrich Maier, Leiter Mittelschulen und Berufsbildung den Entscheid des Bundesrates, die Abschlussprüfungen an den Gymnasien und Fachmittelschulen sistieren zu können. Schüler, die den Abschluss aufgrund ihrer Erfahrungsnoten nicht bestehen würden, könnten eine Prüfung absolvieren. Die Schulleitungen würden in den kommenden Tagen darüber informieren, so Maier.

In der Nordwestschweiz hatten auch die Kantone Baselland und Solothurn bereits mitgeteilt, dass sie auf Abschlussprüfungen verzichten wollen. Der Kanton Aargau hat indes beschlossen, schriftliche Maturitätsprüfungen durchzuführen.

Auch nehmen am 11. Mai die Spielgruppen mit obligatorischer Deutschförderung ihren Betrieb wieder auf. Der reguläre Unterricht an den Mittelschulen soll am 8. Juni wieder aufgenommen werden.

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