Studienrat
Basler Studenten haben wenig Interesse an Hochschulpolitik

Beim ersten Wahlgang für den Studierendenrat der Uni Basel wurden nur 19 der 36 Sitze belegt. Schuld daran könnten die Skandale der vergangenen Jahre sein. Immer wieder war der Rat und die Studentische Körperschaft (Skuba) negativ in den Schlagzeilen

Benjamin Rosch
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Deswegen steht die Skuba mit über 300’000 Franken in der Kreide: Das ehemalige Café Bologna.

Deswegen steht die Skuba mit über 300’000 Franken in der Kreide: Das ehemalige Café Bologna.

Roland Schmid

Der Studierendenrat der Basler Uni muss in einen zweiten Wahlgang. Dies, weil in einer ersten Runde nur 19 Sitze besetzt werden konnten, 17 weitere blieben vakant. Dies ist gemäss Dalia Herzog, verantwortlich für das Ressort Lehre, nicht ungewöhnlich: «Die Nachfrage nach diesem Amt ist seit längerer Zeit bei den Studenten eher gering.» Dennoch ist das bisherige Wahlresultat symptomatisch für die Entwicklung der Studentenpolitik.

In letzter Zeit hat diese regelmässig für negative Schlagzeilen gesorgt. Da war der Skuba-Chef, der sich an der eigenen Kasse bedient hat. Da war das Studentencafé Bologna, das durch Unvermögen grandios an die Wand gefahren wurde. Und da war da noch der Wunsch des Studierendenrates, aus dem Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) auszutreten, dem die Studis in einer Urabstimmung eine Abfuhr erteilten und den sie mit rund 70 Prozent Nein-Stimmen zurückwiesen.

Verbindungen übernahmen

Die Studentenpolitik und die Basis, die Studenten, sind tief gespalten. Das hat mehrere Gründe. Der erste ist strukturell bedingt: Die Studierenden haben beispielsweise keinen Einsitz im Unirat und fühlen sich in ihrem Mitspracherecht beschnitten. Die Basis auf der anderen Seite fühlt sich kaum vertreten, weil in den letzten Jahren der Rat durch Studentenverbindungen übernommen wurde, die den Ratsbetrieb teilweise ad absurdum führten.

So forderte Thibaut Meyer beispielsweise, «der Studierendenrat möge beschliessen, dass die nach den Sitzungen konsumierten Getränke von der Skuba übernommen werden». Dies zu einem Zeitpunkt, in dem hauptsächlich die Schulden durch die Café-Katastrophe von sich reden machten. Dem wollen nun die Juso gegenübertreten und den Ratsbetrieb wieder stärker politisieren. «Wir wollen korrigierend eingreifen und sind deshalb mit drei Kandidierenden angetreten», sagt Juso-Präsident Beda Baumgartner. Er und zwei weitere Parteimitglieder wurden bereits im ersten Wahlgang gewählt.

Juso fordern mehr Engagement

Angesichts der grossen Anzahl freier Sitze könnten es noch mehr werden: «Es haben noch andere Interesse angemeldet», sagt Baumgartner. Er vermisst Stellungnahmen der Studis zu aktuellen politischen Geschäften wie die drohende Kündigung der Univerträge durch Baselland. «Solche Dinge gehen alle Studenten etwas an.»