Raumfahrt

Basler Mars One-Firma für Marsreise ohne Rückkehr in Finanzschwierigkeiten

Mit virtuellen Bildern weckt Mars One Spekulationsträume.

Mit virtuellen Bildern weckt Mars One Spekulationsträume.

Das umstrittene Mars-One Projekt für eine Reise zum Mars ohne Rückflug ist in finanziellen Schwierigkeiten. Die Schweizer Aktiengesellschaft Mars One AG sei in Basel unter Insolvenzverwaltung gestellt worden, teilte das Unternehmen mit.

Seit Mitte Februar ist es amtlich: Die Mars-One-Ventures AG steht in Konkurs. Zweck der an der Frankfurter Nebenbörse notierten Basler Firma ist die Beschaffung der Geldmittel für eine Milliarden-teure Marsmission. Nun ist es eine Betreibung über gerade 55 000 Franken, die das Unternehmen in die Liquidation führt. Dabei fordert ausgerechnet der frühere Geschäftspartner sein Geld ein.

Sven Donhuysen hatte über seine Megadon einst die Firma Cashcloud gegründet, die ebenfalls am finanziellen Abgrund hangelte, bis sie dann über eine Zwischenstation als Mars-One-Ventures neu belebt wurde. Aus dieser Zeit macht Donhuysen, dessen Megadon mittlerweile Leo Investment heisst, seine Ansprüche geltend. Im vergangenen Juli reichte er einen Zahlungsbefehl ein, im November erfolgte die Konkursandrohung, im Dezember das Konkursbegehren.

Anleger werden vertröstet

Wie die Vorgängerfirma steckt auch die Mars-One-Ventures seit Anbeginn in finanziellen Turbulenzen. Wegen Ungereimtheiten hat die Börse den Aktienhandel ausgesetzt. Erzürnte Anrufe von Anlegern, die um ihr Geld bangen und sich auch an diese Redaktion wandten, wurden bisher vertröstet – falls es ihnen überhaupt gelang, mit den Verantwortlichen Kontakt aufzunehmen.

Nachdem das Basler Zivilgericht den Konkurs eröffnet hatte, sah sich Bas Landsdorp, der niederländische Initiant der benannten Raum-Vision, genötigt, zu kommunizieren. In einer Medienmitteilung erklärt er, was derzeit nicht zu überprüfen ist: Das Basler Appellationsgericht habe der Firma eine 30-tägige Frist gewährt, um die finanziellen Verhältnisse wieder zu ordnen. Die Schulden der Firma würden gesamthaft 1,1 Million Franken betragen. Auch diese Angabe ist nicht überprüfbar, da trotz Börsennotierung keine Geschäftsberichte vorliegen. Als bisher letzte Meldung wurde den Aktionären im vergangenen Juni versichert, nun werde bald der Jahresbericht 2016 (!) bereinigt.

Alle bisher gebrochenen Versprechen hindern Landsdorp nicht an neuen Ankündigungen: Seit zwei Monaten seien Gespräche mit einer neuen Investmentgesellschaft im Gang. Mit dieser soll ein Neustart gelingen und die Mars-One-Ventures zu einer «Marketing Maschine» ausgebaut werden. Am 6. März werde der Investor an einer Medienkonferenz vorgestellt. Ort der Veranstaltung ist noch unbekannt. (BZ/SDA)

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Autor

Christian Mensch

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