Coronavirus
Basler Innenstadt kämpft mit Licht gegen den Corona-Blues an

Der Verein Basler Weihnacht unterstützt die gewerblichen Lichterbögen mit doppelt so hohen Beträgen als sonst.

Rahel Koerfgen
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Die Lichterbögen trotzen Corona – und werden für festliche Stimmung sorgen.

Die Lichterbögen trotzen Corona – und werden für festliche Stimmung sorgen.

Keystone

Der Schritt ist hart, ja traurig – aber nötig: Vergangene Woche gaben die Behörden bekannt, dass der Weihnachtsmarkt auf dem Barfüsser- und Münsterplatz wegen der Pandemie nicht stattfindet. Auch die Ouvertüre am 26. November mit zahlreichen Veranstaltungen in der Innenstadt fällt ins Wasser.

Wer nun denkt, dass eine zappendustere Adventszeit auf die Stadt zukommt, irrt allerdings. Auf Anfrage der bz sagt Sabine Horvath, Leiterin des Basler Standortmarketings: «Sicher und vor allem wünschbar ist, dass die beiden Plätze ab dem 26. November der Adventszeit angemessen in irgendeiner Form beleuchtet werden, damit in der Stadt trotzdem eine festliche Stimmung erlebt werden kann.»

Hierfür gäbe es verschiedene Ideen, Abklärungen dazu seien im Gange. Gerüchten zufolge ist zumindest auf dem Barfi eine grosse Lichtinstallationen angedacht. Horvath: «Es gibt solche Überlegungen, definitiv ist noch nichts. Wir arbeiten daran und informieren kommende Woche.» Konkret lädt das Standortmarketing mit dem Verein Basler Weihnacht am
19. November zur entsprechenden Medienorientierung ein.

«Basler Weihnacht» zapft Rückstellungen an

Fest steht laut Horvath bereits, dass alle geplanten Beleuchtungen in der Innenstadt realisiert werden und nicht etwa aus Spargründen wegfallen. Letztere Gefahr hat durchaus bestanden. Denn ein Grossteil der Lichter und Lichterbögen, welche die Einkaufsstrassen der Basler Innenstadt während der Adventszeit in warmes Licht tauchen, werden von den Anrainergeschäften finanziert, die wirtschaftlich unter der Coronakrise leiden.

Zu einem kleineren Teil werden die Läden dabei vom Verein Basler Weihnacht unterstützt, hinter dem der Kanton, der Gewerbeverband, Basel Tourismus, Pro Innerstadt, die IWB und verschiedenen Sponsoren stehen. In den vergangenen Jahren wurde von den Interessensgemeinschaften der Läden wiederholt kritisiert, der Kanton und damit Basler Weihnacht beteilige sich finanziell zu wenig an den Lichtern.

Weitere 30'000 Franken werden gesprochen

Zumindest in diesem Jahr zeigt sich der Verein nun grosszügig. Wie Gabriel Barell, Präsident von Basler Weihnacht und Direktor des Gewerbeverbands Basel-Stadt sagt, spricht der Verein einmalig einen doppelt so hohen und damit «signifikanten zusätzlichen» Beitrag an die Beleuchtungen; namentlich für jene in der Freien Strasse, auf dem Marktplatz, in der Rüdengasse, am Spalenberg und in der Schneidergasse. Der Geschäftsanteil wird damit erlassen. Total wendet der Verein weitere 30'000 Franken dafür auf.

«Wir beziehen das Geld von Rückstellungen, die für einen speziellen Event vorgesehen gewesen wären.» In diesen Zeiten müsse man flexibel bleiben, so Barell: «Die Unternehmen sind schon genug durch die Krise belastet, deshalb kamen wir zum Entscheid, einen grösseren Beitrag zu leisten und damit die Geschäfte zu unterstützen.» Entsprechend erfreut zeigt sich Hans Spinnler, Präsident der IG Weihnachtsbeleuchtung Freie Strasse: «Grandios. Das hilft uns sehr.» Sein Verein erhält anstatt 10'000 nun 20'000 Franken, was einem Viertel des Jahresbudgets entspricht.

Das Weihnachtsgeschäft läuft bereits an – zaghaft

Der grosszügige Schritt von Basler Weihnacht dürfte auf Anraten des Vereins Pro Innerstadt geschehen sein, ebenfalls Mitglied der Basler Weihnacht. Pro-Innerstadt-Geschäftsführer Mathias Böhm sagt, eine festlich beleuchtete Stadt sei in diesem Jahr besonders wichtig. «Die Leute brauchen das jetzt umso mehr. Man sehnt sich danach, die Adventszeit zu zelebrieren und eine weihnachtliche Stimmung in der Stadt geniessen zu können, wenn man abends durch die Strassen schreitet.» Auch Ladeninhaber und deren Angestellte würde das Licht motivieren.

«Zurzeit sind alle dankbar, dass sie überhaupt geöffnet haben können. Das ist nicht selbstverständlich, man denke etwa an die Westschweiz.» Das Weihnachtsgeschäft, so Böhm, habe bereits zaghaft begonnen, viele Schaufenster würden nun dekoriert. «Ja, die Leute kaufen ein. Wir hoffen allerdings, dass sich die Frequenzen gut verteilen und es keine Massenaufläufe gibt, sonst kommt das System coronabedingt doch noch zum Erliegen.»