Schullager-Absage
Basler Erziehungsdirektor Conrad Cramer zu Corona: «Ein Verzicht ohne zu grosse Einschränkungen»

Basel-Stadt sagt alle Schullager und Schulreisen bis auf Weiteres ab. Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) sagt, warum die Virus-Prävention für die Schulen eine Herausforderung ist und wie der Kanton seine Kinder schützen will.

Benjamin Rosch
Drucken
Teilen
Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP).

Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP).

Kenneth Nars

Herr Cramer, wie betrifft das Corona-Virus derzeit die Basler Schulen?

Conradin Cramer: Für die Schulen ist es ein riesiges Thema. Sie sind derzeit offen und haben den Anspruch, den Schülerinnen und Schülern etwas mitzugeben, unter anderem den Stellenwert des Händewaschens. Aus diesem Grund haben wir die Aktion «Seifen-Boss» gestartet.

Am Montag hat in Basel-Stadt die Schule nach den Fasnachtsferien wieder begonnen. Wie verlief der Schulstart?

Ruhig. Der Schulbetrieb läuft normal. Wer aus einem Risikogebiet zurückkommt, der blieb zu Hause. Das waren aber nicht sehr viele. Natürlich wird das Virus überall thematisiert.

Wie gehen Eltern mit der Situation um?

Die Verunsicherung ist in der gesamten Gesellschaft gross. Ein gewisser Teil der Eltern – es ist ein kleiner Teil – möchte ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Das Absenzenwesen liegt in der Verantwortung der Eltern und wenn sich ein Kind krank fühlt, dann soll es zu Hause bleiben. Eine klare Mehrheit der Eltern begrüsst es, dass die Schule stattfinden kann.

Inzwischen sind Schullager bis vorläufig zu den Frühlingsferien verboten. Wird das viele Klassen betreffen?

Nein, viele Abschlussreisen finden später statt und die Skilager sind bereits vorbei. Es wird ungefähr ein Dutzend Klassen betreffen. Wir haben uns so entschieden, weil im Fall einer Ansteckung die Situation schwieriger zu kontrollieren wäre, als wenn die Schüler hier vor Ort sind. Im Moment ist ja unsicher, welche Verkehrsmittel wann nutzbar sind. Ausserdem möchten wir den Empfehlungen des Bundes folgend möglichst wenig Mobilität haben. Ich glaube, es ist ein Verzicht, der nicht zu viele Einschränkungen nach sich zieht.

In einem Klassenzimmer sitzen die Schülerinnen und Schüler ähnlich dicht aufeinander wie in einem Klassenlager. Worin besteht der Unterschied?

Der grösste Unterschied besteht darin, dass die Kinder nicht zusammen in einem Massenschlag übernachten. Die Hauptüberlegung aber ist, dass wir im Einklang mit den Empfehlungen der Experten des Bundesamts für Gesundheit handeln. Diese sagen klar, die Schule kann und soll stattfinden. Kinder sollen eine Normalität haben und die gewohnten Familienstrukturen sollen Bestand haben. Es kann auch nicht sein, dass eine ganze Generation derzeit unbetreut zu Hause ist oder Eltern und Grosseltern Aufsicht halten. Dies zöge Konsequenzen nach sich, die Gesundheitsexperten als grösser einstufen, als mit aufrechterhaltenem Schulbetrieb.

Das kann sich aber noch ändern.

Die Lage ändert sich laufend. Wir stehen in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsdepartement und dem Bundesamt für Gesundheit. Für uns steht die Gesundheit der Kinder, Jugendlichen und Mitarbeitenden im Vordergrund. Im Moment sind die Empfehlungen dazu klar und die Schule leistet einen wichtigen Beitrag.

Aktuelle Nachrichten