Basler Arbeitsmarkt
«Einige Branchen haben sich etwas erholt»

Erfreuliche Neuigkeiten vom Arbeitsmarkt: Im Jahresvergleich lässt sich ein klar positiver Trend erkennen. Die bz fragte bei Dieter P. Wirth nach, dem Leiter Bereich Arbeitslosenversicherung beim Amt für Wirtschaft und Arbeit.

Patrick Marcolli
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Das Arbeitsamt an der Basler Utengasse.

Das Arbeitsamt an der Basler Utengasse.

Bild: Kenneth Nars/bz-Archiv

Im November waren in Basel rund 750 Personen weniger arbeitslos als vor einem Jahr, das ist ein Rückgang von knapp 20 Prozent. Wie erklären Sie sich das?

Dieter P. Wirth: Die Arbeitslosenzahlen haben sich zwar erfreulich rasch verbessert, das Vorkrisenniveau ist jedoch noch nicht wieder erreicht. Dank guter Konjunkturlage wurden in den von der Krise nicht oder weniger betroffenen Branchen auch neue Stellen geschaffen. Einige Branchen haben sich etwas erholt, auch im Gastgewerbe und in der Reisebranche sind teilweise positive Entwicklungen zu sehen, wobei der weitere Verlauf noch nicht absehbar ist.

Dieter P. Wirth, Leiter Bereich Arbeitslosenversicherung beim Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA).

Dieter P. Wirth, Leiter Bereich Arbeitslosenversicherung beim Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA).

Bild: zVg

Bei der Jugendarbeitslosigkeit verhält es sich noch besser: Die Zahl der Arbeitslosen sank hier gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Drittel. Erholt sich der Basler Arbeitsmarkt so deutlich?

Bei der Jugendarbeitslosigkeit wird die Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren analysiert. Es betrifft also sowohl Jugendliche in Ausbildung als auch solche am Anfang ihrer beruflichen Entwicklung nach der Ausbildung. Dank des grossen Einsatzes der Arbeitgebenden, aber auch mit Unterstützung von staatlicher Seite (Kurzarbeit, Übernahme Lehrlingslöhne...) konnten sehr viele Lehr- und Arbeitsverhältnisse erhalten werden. Auch die Zahl der neu begonnenen Lehrverhältnisse in diesem Sommer zeigte sich gegenüber den Vorjahren stabil.

Gerade in der Gastronomie scheint die Kurzarbeit wegen der wieder strikteren Corona-Massnahmen erneut zum Thema zu werden. Ist hier schon eine Entwicklung erkennbar?

Nein. Wir rechnen aber damit, dass mit der Verschärfung der Krise die Gesuche gerade aus dem Gastrobereich wieder zunehmen werden. Für einige Unternehmen könnte es auch schwierig werden, weil die Kurzarbeitsentschädigung ja nicht entgangenen Umsatz ersetzt, sondern nur greift, wenn die Mitarbeitenden wirklich weniger im Betrieb anwesend sind. Die Kurzarbeitszahlen sind seit einigen Monaten stetig gesunken, die Zahlen für den November stehen noch nicht zur Verfügung. Die Voranmeldungen haben wieder zugenommen, dies hängt jedoch insbesondere mit auslaufenden Kurzarbeitsperioden zusammen, die auch bei den Voranmeldungen erneuert werden müssen. Es kommt aber tatsächlich auch vor, dass einzelne Unternehmen, die es bis jetzt ohne Kurzarbeitsentschädigung geschafft haben, diese nun doch anmelden müssen.

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