Tourismus
Basel wird zum Startpunkt für künftige Gäste der Schweizer «Route 66»

Das Beste der Schweiz auf 1600 Kilometern: Das verspricht die «Grand Tour of Switzerland». Die Route führt auch durch die Region und Basel dient als einer von drei Startpunkten.

Christian Gentsch
Drucken
Teilen
Nach dem Startpunkt, dem Riehenring, werden die Touring-Gäste über die Wettsteinbrücke geleitet, wo sie diese Aussicht geniessen können. Ken

Nach dem Startpunkt, dem Riehenring, werden die Touring-Gäste über die Wettsteinbrücke geleitet, wo sie diese Aussicht geniessen können. Ken

Kenneth Nars

Touring, also das Reisen mit dem eigenen oder gemieteten Auto, erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Touristen rund um den Globus wollen auf eigene Faust die Welt entdecken. Nach dem amerikanischen Vorbild, der «Route 66», lanciert nun auch Schweiz Tourismus eine Rundreise für die motorisierten Touristen aller Herren Länder und nimmt dafür 5 Millionen Franken in die Hand.

«Grand Tour of Switzerland» wird die 1600 Kilometer lange Strecke heissen, welche die wichtigsten Sehenswürdigkeiten unseres Landes einbeziehen soll. Ziel des Projektes ist es, den Reisenden ein möglichst umfangreiches und eindrückliches Bild unseres Alpenlandes zu vermitteln. Das Herzstück der «Grand Tour of Switzerland» ist mit klassischen Passfahrten wie der Tremola am Gotthard, dem Furka- oder dem Julier gespickt. Auch tiefer gelegene Touristenziele passieren die Touring-Gäste, wie zum Beispiel den Rheinfall in Neuhausen, die Stadt Luzern oder den Brienzersee.

Aufgrund der Planung von Tourismus Schweiz werden vier Kantone bei diesem Rundkurs leer ausgehen. Jedoch ist der Kanton Baselland nicht betroffen. Denn die Route führt von der Stadt Basel durchs Leimental über den Challpass nach Röschenz und von dort romantisch und auf wenig befahrenen Strassen durch den Jura nach Delémont und weiter zum nächsten Etappenort Saint-Ursanne.

Zangengeburt Basel

Basel drohte in der Planung der neuen Route wie andere Kantone links liegen gelassen zu werden. Der Stadtkanton habe bei Autofahrern ein schlechtes Image, gibt der Basler Tourismus-Direktor Daniel Egloff zu bedenken. Dies liege vor allem daran, dass Fahrzeuglenker überwiegend Industrieanlagen sehen, wenn sie Basel auf der Autobahn passieren und deshalb fälschlicherweise glauben, die Stadt am Rheinknie habe nichts zu bieten.

Egloff ist überzeugt, dass der Einbezug Basels in die «Grand Tour of Switzerland» Positives bewirkt: «Es wird einen Prospekt zur Tour geben, in dem wir die hübsche Altstadt und die kulturellen Höhepunkt Basels präsentieren können.» Dies werde helfen, die Autofahrer dazu zu bewegen, den Blinker zu stellen und die Stadt zumindest für ein paar Stunden zu besuchen. Nicht zuletzt aufgrund der Intervention des Tourismus-Direktors wurde die Stadt im Dreiländereck doch noch in die Route aufgenommen.

Basel soll nun als eines von drei «Einfallstoren» in die «Grand Tour» integriert werden. Vom Riehenring führt die Zubringer-Etappe vorbei am Messegelände über die Wettsteinbrücke zum Kunstmuseum in Richtung Bahnhof SBB. Das Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt unterstützt das Vorhaben und sieht keinen Interessenkonflikt zwischen der gesetzlich vorgeschriebenen Verkehrsreduktion um 10 Prozent und der geplanten Touring-Route durch die Basler Innenstadt.

Übergangene Kantone

Tobias Eggimann, Geschäftsleiter von Baselland Tourismus, meint, jeder Kanton auf der «Grand Tour» könne sich freuen, zu den Auserwählten zu gehören. Obwohl die Touring-Route das Baselbiet nur knapp passiert, ist Eggimann erfreut über die Wahl, auch mit der Perspektive, dass Tourismus Schweiz in zwei Jahren regionale Ergänzungen im Baselbiet und anderen Kantonen anbieten wird.

Jedoch ist nicht jeder Kanton mit der präsentierten Route von Tourismus Schweiz zufrieden. Die Kantone Zug, Solothurn und Glarus fühlen sich vor den Kopf gestossen, da sie trotz Bemühungen keine Stecknadel auf der Landkarte der Tour setzen konnten. Wie Eggimann erklärt, sei es bei einem Projekt dieser Grösse schwierig alle sehenswerten Regionen, Gemeinden und Attraktionen mit einzuschliessen.

Aktuelle Nachrichten