Besuchende brauchen ein Covid-Zertifikat – aber welche Regeln gelten für Mitarbeitende?

Basel
Besuchende brauchen ein Covid-Zertifikat – aber welche Regeln gelten für Mitarbeitende?


Symbolbild: Nadia Schaerli

Seit Montag gilt für die Besucherinnen und Besucher von Restaurants, Sport- und Freizeitbetrieben die Covid-Zertifikatspflicht. Arbeitgebern hat es dagegen der Bund freigestellt, von den Mitarbeitenden ein Zertifikat zu verlangen. Die bz hat in verschiedenen Branchen nachgefragt.

Aimee Baumgartner und Elodie Kolb Jetzt kommentieren
Drucken
Teilen

Gastronomie

In den Betrieben der Rhyschänzli-Gruppe gilt aktuell und «noch bis Ende oder Mitte Oktober» die derzeit vorgeschriebene Maskenpflicht, wie Sprecher Lars Lolischkies auf Anfrage mitteilt. Danach werde entschieden, ob eine Zertifikatspflicht eingeführt werde oder nicht. Lolischkies sagt: «Mit aller grösster Wahrscheinlichkeit wird diese kommen.» Ausserdem sei die Rhyschänzli-Gruppe Teil der Massentestungen in Betrieben, wodurch die Mitarbeitenden sich kostenlos einmal wöchentlich auf das Virus testen lassen können.

«Wir sind noch in der Evaluationsphase», sagt derweil Raphael Wyniger, Geschäftsführer der Wyniger Gruppe auf Anfrage. «Wir überlegen uns derzeit, wie wir damit umgehen.» Mehr könne und wolle er derzeit nicht dazu sagen.

Infos zur Zertifikatspflicht im Eingangsbereich der Markthalle.

Infos zur Zertifikatspflicht im Eingangsbereich der Markthalle.

Kenneth Nars

Bibliothek

In der GGG benötigen die Mitarbeitenden derzeit kein Zertifikat. «Man kann sie schliesslich arbeitsrechtlich nicht zwingen», sagt Direktor Klaus Egli. Deshalb tragen die Angestellten in der GGG weiterhin Masken. «Das Ganze ist sehr kompliziert. Das ist auch eine Kritik an den Behörden. Sie haben das verkündet ohne konkrete Umsetzungsstrategien für die Mitarbeitenden und innert kürzester Zeit müssen wir dem Folge leisten.»

Universität Basel

Die Universität Basel führt für Präsenzlehrveranstaltungen am 1. November die Zertifikatspflicht ein. «Wir wollten den Dozierenden und Studierenden genügend Zeit geben, damit sie bis dahin doppelt geimpft sein können», sagt Sprecher Matthias Geering. Es sei der Uni wichtig gewesen, auch eine Perspektive zu bieten und einen Zeitpunkt, ab welchem die Uni wieder mehr Freiheiten bieten kann. Für die Mitarbeitenden habe man bestehende Schutzkonzepte, welche bei Bedarf ab November ebenfalls angepasst werden können, sagt Geering.

«Wir sind grundsätzlich positiv eingestellt bezüglich der Zertifikatspflicht», sagt Vizepräsident der studentischen Körperschaft Skuba, Valentin Messmer. Dennoch wolle die Skuba auf bestimmte Risiken hinweisen, welche damit einhergehen: «Gewisse Studierende könnten ausgeschlossen werden, wenn die Tests nicht mehr bezahlt werden oder es keine Möglichkeit gibt für sie, online an der Veranstaltung teilzunehmen.» Laut Mitteilung der Uni solle das aber vermieden werden.

Die Frist bis zum 1. November könne die Skuba nachvollziehen: «Die Überlegung ist, dass die Uni niederschwellige Angebote zur Impfung bereitstellt und den Studierenden genügend Zeit für eine Umstellung lässt. Sie schafft damit Planungssicherheit und das ist heute sehr wichtig.»

Zoo Basel

Um die Tiere im Basler Zoo bestaunen zu können, benötigen Besuchende ebenfalls ein Zertifikat. Personen ohne Zertifikat können sich, laut Zolli-Sprecherin Dina Gebhardt, vor dem Haupteingang testen lassen. «Mitarbeitende sind wie in anderen Betrieben von der Zertifikatspflicht befreit. Es gilt weiterhin das sorgfältig ausgearbeitete interne Schutzkonzept.»

Kinos

Geimpfte, getestete oder genesene Mitarbeitende des Basler Kultkinos dürfen seit Montag auf das Tragen einer Schutzmaske bei der Arbeit verzichten. Dafür müssen sie ihr Zertifikat bei der Teamleitung vorweisen. «Wir richten uns hier nach den Empfehlungen von ProCinema, dem Dachverband der Schweizer Kino- und Filmverleihunternehmen», sagt Co-Geschäftsleiter Tobias Faust.

Entgegen der Empfehlung des Dachverbands handelt Pathé mit ihrem Kino Küchlin: «Wir haben uns zum jetzigen Zeitpunkt bewusst gegen eine Zertifikatspflicht für die Mitarbeitenden entschieden, um eine Diskriminierung zu vermeiden», sagt Sprecherin Jolanda Schönenberger. «Somit müssen alle Pathé-Angestellten nach wie vor eine Maske tragen, wodurch Ungetestete oder Ungeimpfte nicht geoutet werden.»

Infos zur Zertifikatspflicht im Eingangsbereich Kino Pathé in der Steinenvorstadt.

Infos zur Zertifikatspflicht im Eingangsbereich Kino Pathé in der Steinenvorstadt.

Kenneth Nars

Museen

Für die Mitarbeitenden im Beyeler gelte derzeit keine Zertifikatspflicht, heisst es beim Museum. «Für Angestellte mit direktem Kundenkontakt gilt eine Maskentragpflicht.» Dasselbe gilt für das Kunstmuseum, wie Sprecherin Karen Gerig auf Anfrage sagt. «Bis auf weiteres ist im Kunstmuseum keine Zertifikatspflicht für Mitarbeitende vorgesehen. Wir haben über 200 Angestellte in vielen unterschiedlichen Bereichen, da wäre der Aufwand zu gross. Da ist die Maskenpflicht in öffentlichen Bereichen deutlich einfacher umzusetzen.» Das Spielzeug Welten Museum habe bisher noch keine Entscheidung getroffen.

Fitnessstudios

«In den Migros Fitnessparks gilt grundsätzlich die Maskenpflicht für Mitarbeitende», sagt Nadine Kunz, Sprecherin der Migros Basel. «Angestellte, die über ein Zertifikat verfügen, können aber auf freiwilliger Basis auf die Maske verzichten.» Auch die anderen von der bz angefragten Fitnessstudios setzen auf diese Strategie. Im Actifit Fitness sind laut Geschäftsführerin Gabriella Bucher fast alle Mitarbeiterinnen geimpft – nur eine verzichtet auf das Zertifikat im Berufsalltag. «Wenn sie aber in ihrer Freizeit bei uns im Studio trainieren will, ist sie eine Kundin und braucht somit ein gültiges Covid-Zertifikat.»

In den Fitnessstudios von Kieser Training halte man sich an die Bundesratsvorgaben, wie Sprecher Andreas Bantel mitteilt: «Entweder die Mitarbeitenden haben ein Zertifikat oder sie müssen eine Maske tragen.» Das gelte bereits seit Anfang Woche und sei von den Angestellten gut aufgenommen worden.

0 Kommentare

Aktuelle Nachrichten