Baloise-Session
Ballons, Konfetti und Roadtrip – Krokus liess die Baloise ausklingen

Die Baloise-Session ging mit der Band Krokus in die letzte Runde. Wirkte die Band bei ihrem ersten Auftritt an der Baloise-Session 2014 noch etwas zurückhaltend, so machen sie zum Abschluss der 2019er-Konzertreihe einen weitaus selbstsichereren Eindruck.

Stefan Strittmatter
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Impressionen von der Baloise Session 2019
28 Bilder
Weitere Impressionen von der Baloise Session 2019.
Tunde Baiyewu des britischen Musiker-Duos Lighthouse Family.
Die britische Sängerin Dido.
Herbert Grönemeyer an der Baloise Session.
US-Musiker Raphael Saadiq.
Gary Lightbody von der Band Snow Patrol.
Der schottische Künstler Tom Walker.
Dido
Tom Walker
Dido
Rag'n'Bone Man
Dido
Dido
Tunde Baiyewu
Herbert Grönemeyer
Tunde Baiyewu
Snow Patrol
Dido
Tunde Baiyewu
Tunde Baiyewu
Herbert Grönemeyer
Raphael Saadiq
Raphael Saadiq
Rag'n'Bone Man
Rag'n'Bone Man
Raphael Saadiq
Tom Walker

Impressionen von der Baloise Session 2019

Tim Tronckoe

Bereits im eröffnenden «Headhunter» schiessen die sechs Mannen um Bandkopf Chris von Rohr aus vollen Rohren. Auch «Long Stick Goes Boom» setzt auf die Kraft von drei Gitarren und rückt den stimmgewaltigen Marc Storace ins Rampenlicht. Der 68-Jährige war während vier Jahrzehnten eine verlässliche Grösse, aber nun zeigt er sich in Bestform. Überhaupt stimmt die Chemie in der Band.

Dass der melodische Helden-Metal nicht so gut gealtert ist wie die bluesigen Hardrock-Nummern aus dem Krokus-Repertoire, ist ebenso verzeihlich wie die Tatsache, dass die zahlreichen Sirenen-Intros den Fluss der Show bremsen. Im obligaten «Mighty Quinn» regnet es Ballone und Konfetti. Und man würde sich nicht wundern, wenn die Solothurner Haudegen (es stehen natürlich nicht «alle Originalmitglieder» auf der Bühne, wie Baloise-Chefin Béatrice Stirnimann fälschlich ankündigt) nach ihrer letzten Europa-Show im Hallenstadion doch noch weitermachen.

Dass man das mit dem Abschied nicht so eng sehen muss, zeigen Madrugada, die den Abend in der Messe Basel eröffnen. Vor elf Jahren gaben die norwegischen Melancho-Rocker ihre Auflösung bekannt. Nun kehren sie ohne neues Material zurück und spielen ihren berauschenden Erstling «Industrial Silence» in fast voller Länge. Dabei gelingen dem Quintett um Sänger Sivert Høyem ein paar Glanzmomente: allen voran das treibende «Norwegian Hammerworks» und das soulige «Quite Emotional». Doch schreien die Songs förmlich danach, auf einem nächtlichen Roadtrip gehört zu werden. In der Messe Basel wollen sie über lange Strecken nicht einfahren.