Fasnacht
Auch während der Fasnacht shoppen

Mitarbeiter im MPark und im Stücki müssen an allen drei Fasnachtsnachmittagen arbeiten. Offenbar gibt es Fasnachtsmuffel, die während der drei Tage gerne shoppen wollen.

Muriel Mercier
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Migros Dreispitz ist nicht in der Fasnachtszone. Kenneth Nars

Migros Dreispitz ist nicht in der Fasnachtszone. Kenneth Nars

Der MPark im Dreispitz und das Stücki-Einkaufszentrum warten an der Basler Fasnacht mit einer Premiere auf: Beide Geschäfte öffnen ihre Türen während der ganzen «drey scheenschte Dääg». Bisher konnten sich die Arbeitnehmer jeweils am Montag- und Mittwochnachmittag an den Strassenrand der Basler Innenstadt stellen und den Cortège bestaunen – in diesem Jahr müssen sie an den Kassen sitzen und hinter den Verkaufstresen stehen. Denn: Alle in den Zentren eingemieteten Filialen sind verpflichtet, ihre Läden zu öffnen.

Die Mitarbeiter des MPark haben diese Information allerdings erst am vergangenen Montag erhalten. Dementsprechend reagieren mehrere verstimmt. «Das Personal kann nicht nachvollziehen, warum der MPark offenbleibt. Die Tradition des freien Montag- und Mittwochnachmittags wird nun gebrochen», meint eine Verkäuferin. «Es kommen immer mehr Arbeitstage hinzu. Erst waren es die verkaufsoffenen Sonntage. Bald arbeiten wir auch noch am 25. und 26. Dezember», befürchtet eineZweite. «Ich bin kein Fasnächtler. Aber die Tage, an denen die Geschäfte geöffnet haben, nehmen zu», bestätigt ein Dritter. Zudem könne er sich vorstellen, dass der Umsatz während der Fasnacht gering bleibe.

«Nur 20000 machen Fasnacht»

Migros-Basel-Sprecher Dieter Wullschleger kann zwar nachvollziehen, dass die Änderung der Öffnungszeiten im MPark nicht allen Mietern Freude bereitet. Aber: «Der MPark an der Münchensteinerstrasse liegt nun mal nicht im Zentrum der Basler Fasnacht. Zudem will die Migros um jeden Franken Umsatz kämpfen und das grosse Geschäft nicht den Mitbewerbern überlassen.» Komme hinzu, dass von rund einer halben Million Menschen aus Basel und der Region nur rund ein Fünftel Fasnacht mache oder zuschaue. «Der Rest will doch einfach ganz normal einkaufen gehen.»

Ähnlicher Meinung ist Stücki-Manager Jan Tanner. Er allerdings führt ein weiteres Argument ins Feld: «Das Einzugsgebiet der Stücki-Kunden ist gross, weil unser Standort am Dreiländereck gelegen ist.» Tanner ist überzeugt, dass es genug Fasnachtsmuffel gibt, die während der drei Tage gerne im Stücki-Zentrum shoppen wollen. Ihm ist kein Unmut seitens der Arbeitnehmer bekannt. Allerdings seien diese bereits im November vergangenen Jahres informiert worden, dass sie vom 14. bis 16. März durchgehend arbeiten müssen.

Ob die «verkaufsoffenen Fasnachtsnachmittage» Eintagsfliegen bleiben oder im nächsten Jahr wiederholt werden, hängt von der Frequenz sowie vom Umsatz ab, sagen sowohl Dieter Wullschleger als auch Jan Tanner. Letzterer lockt Kunden – genauer gesagt Fasnächtler – mit einem speziellen Angebot ins Stücki: «Fasnächtler, die während der Basler Fasnacht bei uns Parken und bei der Kundeninformation vorbeikommen, erhalten gratis ein Ausfahrtsticket. Allerdings nur, wenn sie eine Plakette tragen.»

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