Arbeitsrecht
Basler Gärtnerinnen und Gärtner fordern bessere Arbeitsbedingungen

Ein veralteter Gesamtarbeitsvertrag (GAV) sorgt für Unmut unter den Gartenbauern der Region Basel. Am Mittwoch fand ein erstes Treffen in Allschwil statt, bei dem sich Gärtnerinnen, Gärtner und die Gewerkschaft Unia für einen besseren GAV stark machten.

Ali Ahmeti
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Blühen den Gärtnerinnen und Gärtnern aus Basel bald bessere Arbeitsbedingungen?

Blühen den Gärtnerinnen und Gärtnern aus Basel bald bessere Arbeitsbedingungen?

Pablo Rohner

Anfang 2021 unternahmen Basler Gartenbauerinnen und Gartenbauer den ersten Schritt und setzten sich mit der Gewerkschaft Unia in Verbindung. Das Ziel: bessere Arbeitsbedingungen für die Gärtnerbranche. Denn der aktuelle Gesamtarbeitsvertrag (GAV) sei veraltet. Er wurde einst vom Verband Gärtnermeister beider Basel mit dem Branchenverband «Grüne Berufe Schweiz» (GBS) ausgehandelt. Darin sehen Arbeitnehmer-Vereinigungen ein Problem, denn der GBS soll gemäss der Mitteilung der Unia eher mit den Arbeitgebern kooperieren. Zudem sei die GBS nicht repräsentativ genug für die Branche.

Es gäbe viele Probleme, die Anforderungen würden steigen und damit auch der Druck, so Lorenzo Vasella, Sprecher der Unia Nordwestschweiz. Weiter sagt er: «Samstagsarbeit wird nicht mit einem Zuschlag vergütet und die Löhne stagnieren. Auch sieht der jetzige GAV keine Frühpensionierung vor. Verglichen mit allen übrigen GAV im Bau oder Gewerbe, hinkt der GAV der Gärtnerinnen und Gärtner hinterher.»

Die Unia will den regionalen GAV mitgestalten

Um endlich eine Änderung für die grüne Branche zu ermöglichen, möchte die Unia an der Gestaltung des regionalen GAV dabei sein. Vasella sagt: «Die Situation in den beiden Basel ist mittlerweile prekär: Arbeitnehmende mit Fachausbildung verdienen rund 1000 Franken weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in Genf. Der Gärtnermeisterverband lehnt bis dato einen Beitritt in die Gewerkschaft Unia ab. Dies zu Unrecht und unbegründet.» Damit wolle die Unia eine Balance schaffen und für die Zufriedenheit der regionalen Gärtnerinnen und Gärtner sorgen. Denn seit Anfang Jahr, als sich die Ersten der Branche bei der Unia meldeten, soll sich die Zahl der Unzufriedenen Woche um Woche steigern.

Die Initianten werden tatkräftig unterstützt. Am Mittwoch trafen sich die Gärtnerinnen und Gärtner in Allschwil und besprachen ihre Vision. Sie wollen zusammen mit der Unia und dem Verband Gärtnermeister beider Basel bessere Arbeitsbedingungen für die Branche erarbeiten. Das soll nicht nur den aktuellen Arbeitnehmenden dienen, sondern auch den Beruf wieder attraktiver machen, damit kein Lehrlingsmangel entsteht.

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