Jubiläum
100 Jahre Muba: Der Geburtsort der «Swissness»

Die Muba feiert ihr 100-Jähriges. Anlässlich des Jubiläums zelebriert ein reich illustriertes Jubiläumsbuch die Schweizer Mustermesse.

Simon Erlanger
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100 Jahre Muba – historisch
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Geistige Landesverteidigung: 1941 besucht General Guisan (3.v.r) die Muba mit Bundespräsident Ernst Wetter, (3.v. r) und Messedirektor Theodor Brogle (1.v.r.).
Damals waren Parkplätze noch kein Problem: Der Parkplatz der Mustermesse in Basel im April 1937 unmittelbar neben dem heutigen Parkhaus der Messe Schweiz.
Der Merkurhut, das langjährige Signet der Muba wird 1988 auf das Muba-Parkhaus montiert.
Das Publikumströmt seit hundert Jahren in Massen an die Muba. Die Maschinenhalle im Jahr 1960.

100 Jahre Muba – historisch

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Mit der Vernissage einer historischen Plakatausstellung und der Präsentation des offiziellen Jubiläumsbuches beginnen heute die offiziellen Feierlichkeiten zum hundertsten Geburtstag der Schweizer Mustermesse. Im Juli 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, gegründet, wurde sie im Frühjahr 1917 zum ersten Mal durchgeführt.

Die Mustermesse diente nicht nur der Präsentation von Waren und somit der Ankurbelung der Wirtschaft, sondern sie wurde auch zu einem Ort, an dem schweizerische Identität geschaffen und zelebriert wurde. Mit Baselworld, Art Basel, Swissbau und vielen anderen gingen zahlreiche Fachemessen aus der klassischen Mustermesse hervor, die als Muba bis heute im Rahmen der Messe Schweiz weiterexistiert.

Dem Mythos Mustermesse gewidmet ist der eigens zum hundertsten Geburtstag kreierte Jubiläumsband, herausgegeben vom Historiker Patrick Kury und von der Basler Staatsarchivarin Esther Baur. Beruhend auf der extensiven Fotosammlung der Messe ist ein prachtvoller Bildband entstanden, der die Messen und das Basel vergangener Zeiten visuell wieder auferstehen lässt. Die bz hat sich mit dem Herausgeber Patrick Kury über das Werk unterhalten.

Patrick Kury, wie ist dieses Buch entstanden?

Patrick Kury: Das begann 2010 mit Überlegungen der Messe Schweiz, ihre Archive ins Staatsarchiv zu überführen und dort aufzuarbeiten. Das war ein längeres Projekt, das die Grundlage des Buches bildet.

Was ist denn die Bedeutung des Archivs der ehemaligen Mustermesse, der heutigen MCH Group?

Die MCH Group ist mehr als ein gängiges Unternehmen. Sie ist eine städtische und eine Schweizer Institution, die seit langer Zeit von grosser Bedeutung ist. Heute ist sie auch international bedeutend. Hier kommen wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Aspekte zusammen. Die Mustermesse war wichtig für die Geschichte der Stadt und der Schweiz.

Was ist denn das Highlight des Archivs, das die Entwicklung von der lokalen Mustermesse hin zur internationalen MCH Group zeigt?

Abgesehen von klassischen Archivbeständen mit vielen Dokumenten verfügt das Archiv über grosse Bildschätze. Hundert Jahre lang ist die Mustermesse und die MCH Group fotografisch dokumentiert worden. Meist von führenden Fotografen der Schweiz und aus dem Ausland. Dieser Bildschatz bildet einen grossen Teil des visuellen Gedächtnisses der Stadt und der Schweiz.

Entsprechend reich illustriert ist denn auch das Buch!

Wir haben versucht, kein Bilderbuch zu produzieren, aber auch kein illustriertes Textbuch, sondern eine Mischform lanciert. Ein Buch, das sowohl über die Bilder, als auch über die Texte gelesen werden kann. Die Bildgeschichten ergänzen die Textgeschichten und umgekehrt.

Die Bilder sind ja durchweg ikonografisch und nostalgisch. Man schwelgt in Erinnerungen!

Ja, es gibt viele Bilder, die Erinnerungen wachrufen. Vor allem die Messe der 50er, 60er und der 70er Jahre ist ein Erinnerungsort von regionaler und nationaler Erinnerung.

Wie ist denn das Buch aufgebaut?

Das Buch bietet einen Überblick über die Geschichte der Messe von der Gründung bis zur Gegenwart. Einige Aspekte werden chronologischen Übersicht behandelt. Auf andere – wie etwa der Gründung der Baselworld – wird in kürzeren Beiträgen eingegangen. In der Mitte des Buches finden sich Fragen der Gegenwart und der Zukunft. So ist es uns gelungen, unterschiedliche Facetten der Geschichte und der Aktualität der MCH Group zu beleuchten.

Samt Vorwort von Bundespräsident Schneider-Amman!

Das gehört dazu. Seit 1917 ist immer der Bundespräsident oder ein Vertreter der Landesregierung anwesend gewesen. Und auch ein Vorwort von Regierungspräsident Morin ist drin. Denn ohne die Basler Regierung wäre die Entwicklung der Messe so nicht denkbar.

Die Mustermesse war ja immer gouvernemental, ein Instrument der Geistigen Landesverteidigung?

Die Messe ist aus der Not entstanden und hat bis nach dem Zweiten Weltkrieg auf die nationale Karte gesetzt. Noch in den 50er Jahren war die Mustermesse stark protektionistisch. Das war mit ein Grund, warum sich internationale Fachmessen abgetrennt haben. Heute ist die Messe global.

«Im Takt der Zeit» Von der Schweizer Mustermesse bis zur MCH Group. Patrick Kury & Esther Baur (Hg.). Christoph Merian Verlag, Basel 2016.

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